Saturday, September 4th 2010, 2:38am UTC+2
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Die Kirche ist derzeit dabei, in die nächste Falle zu tappen: Lange Zeit hat sie tatsächlich Schuld auf sich geladen, weil sie Täter in (falsch verstandener) christlicher Nächstenliebe und unter dem Einfluß des zeitgeistigen "Der Täter ist doch auch nur gesellschaftliches Opfer" Denken bereitwilligst verziehen und die Täter einfach an den nächstbesten Ort versetzt hat. Wenn heute die Betreuung der Opfer durch kirchliche Ombudsstellen Vorrang vor einer gezielten Strafverfolgung der Täter hat, ist dies neuerlich eine Form des Täterschutzes - auf Kosten künftiger Opfer. So wenig die Öffentlichkeit die frühere christliche Vergebungsabsicht versteht, so wenig kann und wird sie die barmherzige Sorge um die Opfer verstehen - sondern beides gegen die Kirche auslegen. Als Spielarten der Vertuschung. In meinen Augen muß die Kirche bekannt gewordene Mißbrauchsfälle sofort zur Anzeige bringen. Nur Gerichte können für Klarheit und Wahrheit - soweit irdisch möglich - sorgen. Nachdem sich Opfer oft erst nach Jahren melden, ist die Forderung von Frau Kuby höchst sinnvoll.
Eine Anzeigepflicht ohne Rücksicht auf die- bzw. eine Wahlmöglichkeit für die Opfer finde ich persönlich bedenklich.
Selbstverständlich sollte es aber sein, daß (weltliche und kirchliche) Vorgesetzte - Schuldirektoren, Träger von Kinder- und Jugendeinrichtungen, Verantwortliche in Klöstern und Diözesen - auftretende Verdachtsmomente sofort an die Staatsanwaltschaft weiterleiten. Wenn ich heute in kath.net lese "Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, so das Bistum, werde es die Staatsanwaltschaft einschalten" http://kath.net/detail.php?id=25846, dann geht mir der Hut hoch: Es ist weder Aufgabe der Kirche, noch hat sie dazu die Fähigkeiten, solche Voruntersuchungen selbst durchzuführen. Einziges Ergebnis: die Kirche macht sich in der Öffentlichkeit verdächtig.
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Es sollte aber auch erst einmal definiert werden, was denn überhaupt unter Mißbrauch verstanden wird.
Das ist definiert, und die Gerichte urteilen auch durchaus differenziert. Kirchliche Ombudsstellen tun sich schwerer zu differenzieren: Man denke an den medialen Aufschrei, der erfolgen würde, wenn zum Jahresende eine Ombudsstelle von "minder schweren Fällen" sprechen würde: Die Kirche steht dann da, als wolle sie etwas bagatellisieren. Ein Gericht kann (und muß) differenziert urteilen. Aus meiner Sicht kann die Kirche nur gewinnen, wenn konkret und faktenorientiert berichtet wird. Und ein Schlüssel dazu ist, daß die Kirche entsprechende Untersuchungen nicht intern durchführt, sondern erhaltene Informationen zum frühest möglichen Zeitpunkt den staatlichen Behörden übergibt. Diese Klarheit würde m. E. auch mögliche Täter abschrecken und damit letzlich wieder dem Opferschutz dienen.
Da muß ich dir zustimmen, daß der Kirche wie auch den juristischen Laien nicht möglich ist, Sachverhalte strafrechtlich mit letzter Sicherheit zu beurteilen.Es ist weder Aufgabe der Kirche, noch hat sie dazu die Fähigkeiten, solche Voruntersuchungen selbst durchzuführen. Einziges Ergebnis: Die Kirche macht sich in der Öffentlichkeit verdächtig.
This post has been edited 14 times, last edit by "Alexius" (Mar 21st 2010, 3:18pm)
@ Alexius
Ganz klar ist mir nicht, worauf sich Dein beträchtlicher Ärger stützt: Hier bestreitet niemand, dass die Kirche Richten und Rechtsprechen kann. Ehrlich gesagt erkenne ich keinen einzigen Punkt, worin sich unsere Meinungen unterscheiden.
Hier geht es (soweit es Deine Ausführungen betrifft) um zwei Punkte: Dass staatliche Behörden bei Missbrauchsfällen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt eingeschaltet werden sollen, da diese (a) über den entsprechenden Ermittlungsapparat verfügen (Du bestätigst ja selbst, dass es keine kirchliche Polizei gibt; siehe auch den von Dir zitierten Fall St. Pölten) und (b) nach weltlichem Recht strafbare Dinge auch durch weltliche Gerichte abgeurteilt werden sollen bzw. von weltlichen Gerichten die Relevanz der Vorwürfe überprüft werden soll. Ich bin froh, dass Du - aus berufenem Munde - bestätigst, dass die "kirchlichen Untersuchungen ... kein Widerspruch zur Einschaltung der jeweiligen staatlichen Behörden" sind.
Dass Du selbst Kritik übst an der "manchmal nicht vollständig gegebenen rechtlichen Grundausbildung" innerhalb der kirchlichen Hierarchie bestätigt für mich, dass die frühzeitige EInschaltung staatlicher Behörden schon aus Gründen der Vorsicht angebracht ist. Und dass diese frühzeitige Einschaltung jedenfalls hinsichtlich der Öffentlichkeitswirkung opportun ist, braucht - so glaube ich - in der derzeitigen Situation nicht betont werden.
Dass der Staat von der Kirche hinsichtlich Verjährungsfristen lernen kann, sollte es der Kirche umso leichter machen sich der Forderung nach Aufhebung/Erstreckung der Verjährungsfristen im staatlichen Bereich anzuschließen.
Falls Du hier irgendwelchen "Unsinn" ortest, wäre ich Dir um konkrete Hinweise dankbar.
This post has been edited 3 times, last edit by "Alexius" (Mar 3rd 2010, 11:50pm)
Alexius
Es ist nicht so, dass ich dich nicht verstände in deinem Anliegen.
Wir sind uns hier aber hoffentlich doch einig, dass Sex in die Ehe und sonst nirgendwo hin gehört und zusätzlich dort prinzipiell offen für mögliche Kinder zu sein hat.
Oder?
Somit sind alle anderen "Orientierungen" für eine Katholiken egal welchen Standes Sünde.
Nun frage ich mich bei so Forderungen wie "Fort mit denen" schon immer, was das bringen soll.
Bessern tun sich die Betroffenen doch dann nicht.
Ich stelle mir diese Frage eigentlich oft, nicht nur im gerade diskutierten Fall.
Der gefallene Priester bleibt auch nach Laisierung Priester Tu es sacerdos in aeternum.
Wenn ein Ordensmensch die ewigen Gelübde abgelegt hat, so hat er sich auf ewig verpflichtet. Gilt natürlich auch für Eheleute (Bis das der Tod euch scheidet).
Vielleicht sollte man die Inklusen wieder einführen oder überhaupt strenger Klöster haben.
Ich gebe zu Bedenken, der Vergewaltiger und Mörder der Maria Goretti ist in einem Kloster der Franziskaner ? untergekommen und dort zur echten Reue gekommen.
es muss doch in der Kirche eine Möglichkeit der Buße und Sühne geben.
This post has been edited 4 times, last edit by "Alexius" (Mar 21st 2010, 3:19pm)
This post has been edited 3 times, last edit by "Ester" (Mar 4th 2010, 12:09am)
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Hier bestritt niemand, daß die Kirche richten und Recht sprechen kann? Und warum las ich dann in der Vordiskussion: "Nur [staatliche!] Gerichte können für Klarheit und Wahrheit - soweit irdisch möglich - sorgen (...) Es ist weder Aufgabe der Kirche, noch hat sie dazu die Fähigkeiten, solche Voruntersuchungen selbst durchzuführen (...) ein Schlüssel dazu ist, daß die Kirche entsprechende Untersuchungen nicht intern durchführt (...) Da muß ich dir zustimmen, daß der Kirche wie auch den juristischen Laien nicht möglich ist, Sachverhalte strafrechtlich mit letzter Sicherheit zu beurteilen"? Sorry, aber für blöd verkaufen lasse ich mich nicht.
This post has been edited 1 times, last edit by "Alexius" (Mar 4th 2010, 2:06pm)

Zum Thema selbst: Ich finde die Haltung der Kirche, und der christlichen Gemeinde in Deutschland betreffend der Missbrauchsfälle für zu lasch. In meinen Augen haben Geistliche hier im schlimmsten Ausmaß das Vertrauen missbraucht, welches Ihnen entgegengebracht worden ist. Und ich werde das Gefühl nicht los, das es sich nur um die Spitze des Eisbergs handelt.
Fehl am Platz finde ich auch die Argumentation mit Homosexualität. Ich bin der Ansicht, dass Homosexuelle Menschen nicht anders zu behandeln sind als Heterosexuelle Menschen. Ich selbst bin kein Freund von diesem Schubladendenken, ich bezeichne mich selbst z.B. als sexuell. Denn ich genieße, was gut für mich ist und niemandem schadet. Leider werden hier sehr oft Päderasten und Homosexuelle Menschen auf eine Ebene gestellt. Ich finde das sehr unfair, denn es würde auch kein vernünftiger Mensch in der momentanen Situation auf die Idee kommen zu behaupten alle PFarrer/Priester/Geistliche sind Pädophil.
Man muss dringend unterscheiden können, und auch mal über den Tellerrand blicken.
Grüße in die Runde, Seth
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Ihre Position erscheint mir sehr widersprüchlich. Daß homosexuell tendierende Menschen in bezug auf die höheren Weihen in der Kirche anders zu bewerten sind als naturgemäß ausgerichtete Persönlichkeiten, ist geltendes Kirchenrecht. Und in diese Richtung werden wir noch stärker gehen müssen, um einen sehr wichtigen Mißbrauchshintergrund immer mehr aufzuarbeiten. Die eigentümliche Vorliebe solche klerikaler Homosexueller für alle Burschen von 15 bis 25 führt automatisch zur ständigen Mißbrauchsgefahr bei Unter-18-Jährigen. Lesen Sie doch selbst das neu erschienene Buch eines Opfers - seine Geschichte ist wahr, und der homosexuelle und homosexualisierende Hintergrund ist dermaßen eindeutig und auch auf andere Fälle übertragbar, daß mir jegliche Zurückweisung dieses kausalen Hintergrundes nur noch Kopfschütteln abverlangt.
Gruß, Alexius
Entschuldigung, aber so eine Aussage vom Administrator dieses Forums...?
Sollte es so gegen die Natur sein, frage ich mich wieso die Natur denn diese Art der Liebe überhaupt beinhaltet.
Desweiteren wurde das Thema wegen fehlender Argumente seitens der homophoben Fraktion geschlossen.
Darf ich fragen inwiefern man Menschen mit diesem "Laster" dieses ansieht? Sorry, aber ich erkenne an niemandem dem ich auf der Straße begegne was er in seinen vier Wänden tut. Und es geht mich auch nichts an, es ist seine Sache. Es sei denn, du meinst extrem feminine Männer, das Beispiel. Diese müssen nicht unbedingt Homo/Bisexuell sein.Entschuldigung, aber so eine Aussage vom Administrator dieses Forums...?
Sollte es so gegen die Natur sein, frage ich mich wieso die Natur denn diese Art der Liebe überhaupt beinhaltet.
Desweiteren wurde das Thema wegen fehlender Argumente seitens der homophoben Fraktion geschlossen.
Es ist keine Liebe, es ist Sex.
Und es ist wider die Natur, das merkt man auch daran, dass man jemandem, der dieses Laster praktiziert es einfach ansieht.
Selbstverständlich, das muss man heutzutage ja extra betonen sind solche Leute keineswegs von der Liebe Gottes ausgeschlossen, aber wohl der Liebe Gottes verschlossen.
Aber in diesem Dauerfeuer, dass heutzutage und früher auf die Menschen eindringt (Hast du keinen Sex, so bist du nix, Freie Liebe undso) ist, denk ich mal die Schuld auch bei den Verführern, die im konkreten Fall wohl nicht nur Personen sondern auch Schreibtischtäter sind.
Ich finde das macht das kaputt, was Freundschaft, Männerfreundschaft eigentlich ist und sein kann.