Saturday, September 4th 2010, 2:35am UTC+2
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This post has been edited 1 times, last edit by "monika" (Mar 11th 2010, 8:54pm)
Vielleicht kann mir Ungebildetem mal jemand kurz sagen, wer dieser Pater Anselm Bilgri ist?!
Ich habe diesen Namen bisher noch nicht gehört, aber irgendwie scheint er ja eine "bekannte" Person zu sein.
This post has been edited 1 times, last edit by "Edi" (Mar 12th 2010, 12:04am)
This post has been edited 1 times, last edit by "Alexius" (Mar 12th 2010, 12:43am)
Es scheinen ja sogar in den Medien noch Zeichen und Wunder zu geschehen. Ich könnte mir vorstellen, daß die Illner von Alice Schwarzer andere , kirchenfeindliche Beiträge erwartet hat. Lobenswert ist schon, daß sie nicht das geriatrische Triumvirat Küng-Geißler-Drewermann nebst der Dame Ranke-Heinemann, die das Gruppenbild ergänzt, eingeladen hat. Von der Bundesjustizministerin, die sich trotz ihres absoluten Nullwissens bzgl. des Kirchenrechts zu diesem Feld äußern zu müssen glaubte und sich damit ein für ihr Amt nicht zuträgliches Armutszeugnis ausgestellt hat, war wohl nichts Besseres zu erwarten.
zuerst sagt er, daß im Unterschied zur Statistik in der Gesellschaft im kirchlichen Bereich überdurchschnittlich viel "homoerotischer sexueller Mißbrauch" passiert. Hernach sagt er dann, daß die Sexuallehre geändert gehört, daß es neben dem ehelichen Sexualleben auch anderen Formen geben müsse. Er wirkt nicht inkompetent, aber diese Homo-Ideologie bringt genau nicht die Hauptlösung des Problems. .
Wer hat vorhin die ZDF-Talkrunde bei "Illner" gesehen? Ich muß sagen, ich bin sehr angetan - es war aus meiner Sicht um Längen besser als vorgestern z.B. "Maischberger" in der ARD. Kein Gezeter, keine aggressiven Polemiken, sondern bei aller Leidenschaft sehr sachbezogen und um Erhellung eine komplexen Materie bemüht, die keine Stammtisch-Antworten à la "der Zölibat ist schuld" bzw. "die sexuelle Revolution ist schuld" verträgt. Sehr nachdenkenswert und lehrreich die Ausführungen des "Pädophilie-Papstes" Prof. Beier von der Berliner Charité über die Anziehungskraft des Klerikerstandes auf Männer mit entsprechenden Neigungen. Auch der Mißbrauchsbeauftragte der DBK Exzellenz Ackermann hat sich gut geschlagen.
Es lohnt sich eben, wenn man auf Ideologen wie Geißler und Kuby verzichtet.![]()
This post has been edited 1 times, last edit by "Chrysostomus" (Mar 12th 2010, 12:15pm)
Die meisten Fälle stammen aus der Zeit der 70er und 80er. Viele haben diese Zeit entweder noch gar nicht erlebt oder haben keine so starke Erinnerung mehr daran.Nachdem jetzt auch EB Kothgasser von den berichteten Fällen auf eine Überdenkung des Zölibats schließt, bleibt doch zu fragen, ob der sich der von ihm (und von verschiedenen anderen Kommentatoren) angenommene Zusammenhang zwischen dem Zölibat und den Missbrauchsfällen sich aus den bisher berichteten Fällen ableiten lässt. Daher eine Auflistung:
Wilhering: Orden (Zisterzienser)
Wr. Sängerknaben: Weltliche Privatschule
Kremsmünster: Orden (Benediktiner)
Mehrerau: Orden (Zisterzienser)
Wolfau-Kitzlanden: Orden (Kapuziner)
Kalksburg: Orden (Jesuiten)
St. Peter: Orden (Benediktiner)
Ettal: Orden (Benediktiner)
Odenwald: Weltliche Reformschule
Canisius-Kolleg: Orden (Jesuiten)
Rg. Domspatzen: Geistliche
In Summe gibt es nur einen Fall (Domspatzen), der von einer Zulassung nicht-zölibatär-lebender Männer zum Priesteramt betroffen wäre, alle anderen hatten diese Einschränkung nicht (da weltlich) oder als Teil der Spiritualität (Orden). Insofern scheint mir die Schlussfolgerung nicht durch die vorliegenden Daten gedeckt zu sein (es kann sein, dass die betreffenden Personen mehr wissen, als berichtet wurde).
Da sind mehrere Dinge auseinanderzuhalten:Ich kann Deine Darstellung im Moment nicht ganz nachvollziehen. Das liegt aber vermutlich an fehlenden Kenntnissen meinerseits. Unterliegen Angehörige eines Ordens nicht dem Zölibat? Oder verstehst man unter "Zölibat" nur die Verpflichtungen, die sich ein geweihter Priester auferlegt?
Das die Liste so ausfällt, hat mit der momentanen Häufung der Berichterstattung zu tun. Ein kurzer Blick in das Archiv der 'Welt' bringt innerhalb von zwei Tagen (11. und 12. 03.) vier aktuelle Fälle von Kindesmissbrauch mit nicht-kirchlichem Hintergrund (2 Sporttrainer, 1x in der Familie, 1x mit anschließendem Mord; alle bereits vor Gericht, ein Teil bereits Schuldspruch).Und wenn ich mir die Liste ansehe, könnte ich auch zu dem Schluß kommen, daß die Mehrzahl der (möglichen) Mißbrauchsfälle in Institutionen in kirchlicher Trägerschaft vorgekommen sind und daraus Zusammenhänge mit dem Zölibat bzw. der (damaligen) kirchlichen Sexuallehre vermuten.
Die meisten Fälle stammen aus der Zeit der 70er und 80er. Viele haben diese Zeit entweder noch gar nicht erlebt oder haben keine so starke Erinnerung mehr daran.
Das Nichtvorhandensein von offiziellen Anweisungen zur Vertuschung lässt sich etwas schwer beweisen (außer durch ein Dokument, dass das Gegenteil, also Nicht-Vertuschung, explizit gefordert hätte). Dass aber die Sorge um den eigenen Ruf und den Ruf der Organisation oft größer war als das Mitleid mit dem Opfer ist eine tragische Tatsache, die sich jetzt mehrfach rächt (zusätzliche Schuld durch Verheimlichung, Generalverdacht, Einschränkungen für "Normale", Möglichkeit missbräuchlicher Anklagen). Wofür aber die Opfer nichts können, sondern nur die Verheimlicher/Tolerierer.Die Aufklärung, was da möglicherweise passiert ist, sollte im Vordergrund stehen, zumindest im Vordergrund der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit. Es wäre daher sehr gut, wenn nachgewiesen werden könnte, daß es keine offiziellen Anweisungen "von oben" gab, solche Fälle unter den Teppich zu kehren, bzw. ausschließlich intern zu regeln.
Daß es vermutlich in den Internaten, Schulen usw. eine starke Tendenz gab, die Sache zu verschweigen und schulintern zu lösen, ist leider irgendwie nachvollziehbar. Es ist Folge einer Neigung, Dinge, die einem wertvoll sind, vor Schaden zu bewahren. Das gilt auch für weltliche Institutionen, siehe etwa die Berichte, wie schwer sich der Trägerverein der Odenwaldschule mit den Mißbrauchsvorwürfen tat, als sie vor Jahren erstmals thematisiert wurden.