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Zindo

Trainee

Posts: 89

Location: Schweiz

Occupation: Priester

1

Saturday, January 1st 2005, 6:15pm

Beichte attraktiv gestalten

Im März hatte der Papst die Priester aufgefordert über das Beichtsakrament nachzudenken, wie es "liebevoll und attraktiv" gestaltet werden könnte.
Was könnte der Papst damit meinen?
Für Anregungen dankbar.... und "Es guets Nüüs..."

corinquietum

Unregistered

2

Saturday, January 1st 2005, 6:21pm

Auch "es guets Nüüs"!

Es würde mich auch interessieren, was damit gemeint ist; denn es kann ja wohl nicht erwünscht sein, im Biichtstübli Tee oder Kaffe zu servieren und vornehme Polstermöbel aufzustellen!
Es handelt sich ja bei der Beichte immer auch um ein "Gericht".

C.

Fragender

Intermediate

3

Saturday, January 1st 2005, 6:22pm

Guten Abend, schöner Beitrag :-)

Was mir dabei auffällt, wenn ich mit Leuten über die Beichte rede, ist, dass die meisten gar nicht wissen, dass man die Beichte überall spenden kann und nicht nur im Beichtstuhl.
Ich denke, allein darauf aufmerksam zu machen, ist schon attraktiv genug. 8)

Was ich schön finde, wenn in der Beichte (das muss allerdings auch nicht sein) auch mal gesagt wird, dass man ehrlich war. Das bestätigt einen schon... :-)
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1. Korinther 13,13

corinquietum

Unregistered

4

Saturday, January 1st 2005, 6:29pm

Um ein guter "Beichtvater" zu sein oder zu werden, braucht es eben neben vielen theologischen, evtl. auch psychologischen Kenntnissen auch einiges an Lebenserfahrung.

Der hl. Johannes Maria Vianney oder P. Pio waren gesuchte Beichtväter, obwohl sie auch sehr streng mit ihren "Beichtkindern" umgehen konnten!

C.

Fragender

Intermediate

5

Saturday, January 1st 2005, 6:36pm

Absolute Zustmming, corin!

Es ist richtig, wenn ein Beichtvater gut zuhört, aber nicht richtig, wenn er an jeder Sünde herumdeutelt ("dann wollen wir doch mal gucken, ob das überhaupt Sünde ist..."). Dann ist man schweren Herzens in den Beichtstuhl gekommen und dann kommt sowas.

Ein guter Beichtvater, denke ich, muss beides können. Eben ein "gerechter" Richter sein ;)
Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. 1. Korinther 13,13

ThomasAquinas

Unregistered

6

Saturday, January 1st 2005, 6:54pm

@ Fragender

Quoted

Was ich schön finde, wenn in der Beichte (das muss allerdings auch nicht sein) auch mal gesagt wird, dass man ehrlich war. Das bestätigt einen schon... :-)


Kann ich nachvollziehen - ich war einmal bei einem Ruheständler zum Beichten (hier in K.) und nach der Absolution (die Beichte war wirklich ziemlich "heftig" gewesen 8) ) sagte er: "Danke, dass Sie so ehrlich waren" - und ich meine, warum er das sagte. Und dann meinte er, dass er weiß, dass einige Leute keine "schlimmen" Sachen beichten und dann als letzte Sünde sagen "Ich habe gelogen" - und damit meinen, dass sie etwas weggelassen haben...

Es hat mich auch total bestärkt als er meine: Danke, dass Sie ehrlich waren....
:]

Annie147

Professional

Posts: 872

Location: Erzbistum Köln

Occupation: Beamtin

7

Saturday, January 1st 2005, 7:39pm

Was für ein interessantes Thema!

Also ich bin ja erst ein Jahr katholisch, und ich muss sagen, dass ich mich mit dem Thema Beichte immer noch sehr schwer tue. Man kann ja auch mit keinem drüber reden, weil es geht keiner beichten... Viele, die ich kenne, haben seit Ihrer Erfahrung vor der Erstkommunion dem ganzen nie mehr eine Chance gegeben... Schade eigentlich!

Also ich habe jedes Mal noch Angst vorher... wobei HINTERHER ist es dann immer wunderschön... ;-)

'Liebevoll und attraktiv'...
Also ich finde es gut, dass es heute fast überall diese Beichtzimmer gibt, wo man sich gegenübersitzen kann. Einen klassischen Beichtstuhl würde ich wohl nie betreten. Ich finde es wichtig, dass eine Kerze brennt, weil ich mir mit Blick darauf immer bewusst mache, dass Jesus Christus anwesend ist und ich IHM das alles sage und nicht dem Menschen, der da sitzt...
Ich finde es gut, wenn der Priester sich schon auch bemüht, mit mir dann über Dinge ins Gespräch zu kommen, weil vieles doch von mir auch Frage ist... ich 'kann' ja irgendwie noch gar nicht beichten... Mein eigener Pfarrer hat nie ein Wort gesagt. Oder nur äußerst sparsam, aber natürlich ist das eine Frage der Persönlichkeit. Während mein geistlicher Begleiter widerum viel zu viel erzählt und komplett vom Thema abkommt. Letztens bei unserem neuen Kaplan, da war es echt am schönsten!
Was ich außerdem sehr wichtig finde, ist die Handauflegung bei der Lossprechung... nun gut... mein Pfarrer 'mag' das nicht, wofür ich Verständnis habe... aber er lässt die Hände sogar gefaltet, und vorgesehen ist doch zumindest Handausstreckung... die Hände über den Kopf zu halten, damit Gottes Gnade fließen kann... es muss ja keine Berührung sein... ich finde, das ist ein wichtiges Zeichen...

Und schön finde ich auch, wenn die Buße keine 08/15-Buße ist... mein Horror war einmal in Kevelaer, wo es hieß, drei Vaterunser, drei Ave Maria und drei Ehre-sei-dem-Vater... während ich jetzt bei unserem Kaplan zum ersten Mal in meinem Leben eine richtig persönliche Buße und keine klassische Gebetsbuße erlebt habe!

Allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr!
Liebe Grüße,
Annie.
"Die Lage ist aussichtslos, aber Gott ist allmächtig." (P. Claret)

Jakoba

Master

Posts: 2,814

Location: Bistum Chur und bin stolz darauf!

Occupation: Pönitente

8

Saturday, January 1st 2005, 8:04pm

Eigentlich finde ich es richtig wenn nicht zu viel geredet wird. Fragen und Antworten sollten in der Vorbereitung ihren Platz haben.
Als Beichtkind sollte man, denke ich, seine Pökelsünden so kurz wie möglich ansprechen, denn Gott weiss sehr wohl was wir meinen. Der Priester wird schon nachfragen, wenn er etwas genauer wissen sollte.

Und jetzt wird die Jakoba wieder ganz altmodisch: 8)
am liebsten kurz und schmerzlos, und richtig ALLES erwähnen, damit der Priester nicht als "Mensch" über Sünde oder nicht-Sünde psychotherapieren muss, sondern dass Ganze sollte ein Gebet werden, dass der Priester öffnet, jeder Sünde wie eine Fürbitte grad weiterleitet, und abschliesst...

Die Beichte ist Liebevoll und attraktiv, wenn Christus die Leitung übernehmen darf, dass Beichtkind seine Sünden anspricht (ohne viel "aber" und "weil"), und der Priester im Gottes Namen wird vergeben können. Genau dann wird die Beichte ein einziges Gebet zu Gott.
Gebetsbuch: "Sakrament des Altars" bei www.aszetik.net
Suche: "Leben der Heiligen" P. François Giry

Sunflower

Intermediate

9

Saturday, January 1st 2005, 8:28pm

Beichte ansprechend gestalten... Das ist wirklich schön, dass man sich darüber Gedanken macht!
Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass ich die Atmosphäre in einem Beichtstuhl eher düster und beklemmend finde. (ok, wie's bei solchen Gelegenheiten in mir aussieht, das lassen wir mal aus dem Spiel ;))
Aus diesem Grund bin ich froh, dass es das Beichtgespräch gibt, das ja außerhalb des Beichtstuhls ist. Auch wenn sich in mir dabei nichts verändert (dunkelheits-mäßig ;)), fällt es mir dennoch leichter. Sogar, wenn ich den Priester dann sehe und ich weiß, dass auch ich von ihm angeschaut werde.
Um an Annies Gedanken mit der Kerze anzuknüpfen: mein Beichtvater hat auf dem Tisch ein Kreuz liegen. Manchmal ist's ganz hilfreich, mit den Augen dahin "fliehen" zu können :)

Wobei... eigentlich kommt es weniger auf die Gestaltung an, sondern dass man sich den Sinn des Ganzen ins Bewusstsein ruft. Denn das geht leider viel zu oft unter :-(
So vielen Leuten ist es nicht bewusst, dass die Beichte wirklich befreiend ist und eines der größten Geschenke, das Gott uns gegeben hat!

Sunny :]

PS: Wünsche euch allen auch ein gutes, gesegnetes und "beicht-angst-freies" Jahr 2005 :D
Christus kommt in der Heiligen Nacht, um den Menschen von seiner Augenbinde zu befreien, damit er das Licht sieht.
Joachim Kardinal Meisner

Zindo

Trainee

Posts: 89

Location: Schweiz

Occupation: Priester

10

Saturday, January 1st 2005, 8:37pm

Zitat Annie
Ich finde es gut, wenn der Priester sich schon auch bemüht, mit mir dann über Dinge ins Gespräch zu kommen, weil vieles doch von mir auch Frage ist... ich 'kann' ja irgendwie noch gar nicht beichten... Mein eigener Pfarrer hat nie ein Wort gesagt...

Vielleichtmuss ein guter Beichtvater von Fall zu Fall anders vorgehen und spüren, was Not tut.
Ich persönlich bin froh, wenn mich der Beichtvater nicht in ein langes Gespräch verwickeln will. Ich möchte ja einfach meine Sünden vor Gott hinlegen, um Verzeihung bitten und Vergebung empfangen. Einmal habe ich mich gefreut, als ich Gelegenheit hatte bei einem alten Kapuzinerpater zu beichten. Er hat mir zugehört. Und als ich fertig war (ich hatte mich schon auf ein längeres Gespräch eingestellt), hat er nur gesagt (in seiner ruhigen, gütigen Art): "Dann wollen wir wieder alles einschliessen...", und ging zur Absolution über. Ohne grosse Theologie oder Psychologie. Ich musste ein bischen schmunzeln, weil ich das so niemehr erlebt hatte. Aber genau das fand ich im Nachhinein sehr befreiend: Gerade diese Einfachheit: Wir schliessen alles ein! Gott verzeiht!

eas

Trainee

Posts: 141

Location: Schweiz

Occupation: den schönsten, den es gibt

11

Saturday, January 1st 2005, 8:40pm

"Attraktiv" könnte vielleicht auch meinen, dass man anstelle einer Bussfeier eine Beichtfeier hält, wie das bei der Lourdeswallfahrt und in einigen Pfarrei hier der Fall ist. Das bedeutet: geimeinsame Gewissenerforschung und nachher persönliches Beichtgespräch. Erklärt man das vorher den Leuten, dass dies für sie eine Gelegenheit ist, das Sakrament der Beichte wieder einmal neu zu entdecken, schätzen die Leute diese Art sehr, denn viele möchten eigentlich schon gerne wieder einmal beichten, aber sie getrauen sich nicht mehr oder sie wissen nicht mehr so genau, wie das geht. Eine solche Beichtfeier kann ihnen eine grosse Hilfe sein. Zumindest ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.

Sunflower

Intermediate

12

Saturday, January 1st 2005, 8:55pm

@ Zindo

Quoted

Original von Zindo "Dann wollen wir wieder alles einschliessen...", und ging zur Absolution über. Ohne grosse Theologie oder Psychologie. Ich musste ein bischen schmunzeln, weil ich das so niemehr erlebt hatte. Aber genau das fand ich im Nachhinein sehr befreiend: Gerade diese Einfachheit: Wir schliessen alles ein! Gott verzeiht!


Diese Aussage ist einerseits sehr schön und beruhigend. Gott verzeiht! Aber wenn jemand nicht reif genug ist, mit dieser Aussage etwas anfangen zu können, kann das auch ganz schön in die Hose gehen... *ähm*
Dann nämlich könnte man, wenn man es falsch auslegen will, auch sogar soweit gehen, dass man sagt: ich brauche nicht zum Beichten gehen, weil Gott mir ohnehin alles vergibt.
Kommt es bei der Beichte nicht darauf an, seine Sünden offen auszusprechen und zu bekennen?? Sonst könnte doch jeder nur im stillen Kämmerlein ein kurzes "entschuldigung" murmeln und die Sache wäre vergessen...
Christus kommt in der Heiligen Nacht, um den Menschen von seiner Augenbinde zu befreien, damit er das Licht sieht.
Joachim Kardinal Meisner

Annie147

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Occupation: Beamtin

13

Saturday, January 1st 2005, 9:05pm

Was Sunflower sagt, versuche ich mir auch jedes Mal aufs neue zu sagen: Es ist ein Geschenk!!! Genau... und trotzdem fällt es mir so schwer...

@Zindo
Es ist interessant, wie unterschiedlich wir Menschen sind...
Wenn der Priester gar nichts sagt, dann fehlt mir was... Aber offensichtlich gibt es Menschen, die genau das brauchen...
Nun ja, theoretisch soll in der Beichte ja Gott wirken, Gott ist derjenige, der dort handelt, insofern müsste Gott ja wissen, was ich brauche...
Ich versuche mittlerweile mich damit zu trösten, dass Gott nicht durch jeden Priester gleich gut 'hindurch'wirken kann, und jeder Priester trotzdem der Mensch bleibt, der er auch außerhalb des Beichtstuhls ist...

Trotzdem schätze ich schon ein Gespräch. Ich will durch das Beichtgespräch doch wachsen, mich ändern, mich verbessern... da finde ich es schon wichtig, dass mir einer einen Rat gibt oder Dinge kommentiert. Und gerade wenn ich gar nicht weiß, gehört das überhaupt in die Beichte oder nicht?, habe ich Christus mit diesem Verhalten wehgetan?, dann möchte ich doch dazu den Versuch einer Antwort...
"Die Lage ist aussichtslos, aber Gott ist allmächtig." (P. Claret)

gebsy

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Location: Österreich

Occupation: Techniker

14

Saturday, January 1st 2005, 9:06pm

Ein Fest der Versöhnung

wird bei Jugendtreffen gefeiert: Katechese, Anbetung und Beichtgelegenheit bilden eine fruchtbare Einheit.
Es braucht eine persönliche Hinführung zur regelmäßigen "Seelenhygiene". Pfarrer Azert in Fatima vergleicht es auch so: Wenn ich mich gewaschen habe, durch ein Missgeschick in eine Pfütze (Jauche) falle, warte ich natürlich nicht bis zum nächsten Termin ...
Wenn sich das Gewissen zu "verfeinern" beginnt, wird es unmöglich, mit einer schweren Sünde schlafen zu gehen.

Eine gnadenreiche Begegnung mit dem Sakrament des Friedens im neuen Jahr des Herrn 2005 wünscht gebsy
:) Gott ist gut und gerecht ;) ER IST DIE LIEBE :]

Jakoba

Master

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15

Saturday, January 1st 2005, 9:24pm

Quoted

Original von gebsy

Wenn sich das Gewissen zu "verfeinern" beginnt, wird es unmöglich, mit einer schweren Sünde schlafen zu gehen.

Ganz genau! Umso heller das Licht leuchtet, umso schneller fällt sogar ein bisschen Staub auf! :))
Man muss ja nicht bis zum Frühlingsputz warten!
Gebetsbuch: "Sakrament des Altars" bei www.aszetik.net
Suche: "Leben der Heiligen" P. François Giry

Zindo

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16

Saturday, January 1st 2005, 9:28pm

Zitat sunflower
Kommt es bei der Beichte nicht darauf an, seine Sünden offen auszusprechen und zu bekennen?? Sonst könnte doch jeder nur im stillen Kämmerlein ein kurzes "entschuldigung" murmeln und die Sache wäre vergessen...

Das ist natürlich richtig, und davon bin ich auch ausgegangen. Davon ist gewiss auch der alte Kapuzinerbeichtvater damals ausgegangen: Dass ich mich gut vorbereichtet habe, und dass ich die Sünden so offen bekannt habe, so weit es mir möglich war (es kann ja doch das eine oder andere vergessen gehen). Das ehrliche Bekenntnis gehört auf alle Fälle dazu.

(Bei Gelegenheit kann mir auch mal jemand erklären, wie man das mit den "Zitaten" im Forum so elegant hinkriegt, wie bei Euch...)


Geist aus Appenzell

Unregistered

17

Saturday, January 1st 2005, 9:43pm

@Zindo

Ich bin froh, dass ich einen Beichtvater wie e** habe, der mir nicht nur einfach die Absolution gibt, sondern auch weiterhilft. Denn: Vielfach sind es ja nicht einfach einzelne Sünden, die isoliert betrachtet werden müssen, sondern eben einen Zusammenhang haben.¨
Gerade darum ist mir wichtig, dass ich mehr oder weniger beim gleichen Beichtvater bleibe und wie es Jakoba sagt, alles und ehrlich mitteile, wie es von mir gefordert wird.
Wenn dies nicht wäre, wäre es mir zwar eine Erleichterung, da ich von den Sünden befreit werde, aber keine Hilfe das Laster zu besiegen, will heissen, dass ich immer zu selbe Sünden falle...
Dabei können kleine und "unwichtige" Sünden sehr wichtig und hilfreich für den Priester sein, da er sich dadurch ein besseres Gesamtbild machen kann und erkennen kann, woran man krank ist und wie der Weg raus aussieht.

Gottes Segen

PS: Ich habe auch einen Benediktiner Pater hier, der mir jedes mal genau das selbe sagt. Da gehe ich nur im Notfall, will heissen, wenn ich keine Reise machen kann, hin. Klar da kann man eben verschieden sein.

abbé jos

Unregistered

18

Saturday, January 1st 2005, 10:32pm

Einige Gedanken, die mir so zu dem Thema kommen:

1. Regelmässigkeit der Zeit und des Ortes - es soll für die Leute klar und verständlich sein, wann und wo Beichtgelegenheit ist, und dass sie die Termine einfach behalten können, ohne den Pfarrbrief jedes Mal neu durchzustudieren.

2. Zu einer Zeit, die praktisch für die Leute ist. Eine Beichtgelegenheit samstags von 8 bis 9 wird m.E. wohl kaum von vielen Leuten wahrgenommen, insbesondere der Jugend. Warum nicht zu einer Zeit, wo die Leute Besorgungen und Beichte miteinander verbinden können.

3. Zu einer Zeit, wo die Leute auch anoym kommen können. D.h. nicht nur unmittelbar vor dem Gottesdienst, wo die versammelte Gottesdienstgemeinde sieht, wer beichten geht. Bei uns ist immer vor Feiertagen 1/2 Std vor der hl. Messe. Das ist klar, dass kaum einer zur Beichte geht, denn viele Leute sind schon früher da und besonders die um den Beichtstuhl herumsitzen. (Unsere Filialkapelle hat nur einen Beichtstuhl.) Ausserdem stört m.E. der "Stress" vor dem Gottesdienst die Andacht der Beichtwilligen (Küsterdienste, Kirchenchor....)

4. Beide Möglichkeiten der Beichte sollen angeboten werden: Beichtgespräch und Beichte im Beichtstuhl. Während meines Studiums in Frankreich hat es mich gestört, dass es die Möglichkeit der anonymen Beichte im Beichtstuhl fast nirgendwo gab: immer überall die Beichtzimmer. Die Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse, und auf diese sollen wir eingehen.

Soweit einige Gedankensplitter, die mir so spontan gekommen sind.

abbé jos

Unregistered

19

Saturday, January 1st 2005, 10:37pm

Noch so ein Gedanke, der mir gerade durch den Kopf schiesst, was den Priester angeht: die Beichte möglichst so gestalten, dass es eine Freude ist beichten zu gehen; dass man wirklich Gottes verzeihende Liebe spürt.

Annie147

Professional

Posts: 872

Location: Erzbistum Köln

Occupation: Beamtin

20

Saturday, January 1st 2005, 10:51pm

Quoted

Original von abbé jos
Noch so ein Gedanke, der mir gerade durch den Kopf schiesst, was den Priester angeht: die Beichte möglichst so gestalten, dass es eine Freude ist beichten zu gehen; dass man wirklich Gottes verzeihende Liebe spürt.


Na, ist das nicht eine Überforderung für jeden Priester? Das ist so allgemein... und ich glaube, das empfindet auch jeder Beichtende anders... Das ist sicherlich ein Ideal, aber meines Erachtens kann der Priester selbst dafür nur vorher beten... und die ganze Beichte in Gottes Hand legen...

Was Du unter 3) sagst, dem stimme ich aber auch zu!
Bei uns ist Standard vor der Abendmesse... das hab ich einmal gemacht, und es war grauenvoll... dieser Zeitdruck... und die Angst, dass alle mithören... nie mehr wieder!
Aber für private Sondertermine haben die geplagten Pfarrer ja auch gar keine Zeit!
"Die Lage ist aussichtslos, aber Gott ist allmächtig." (P. Claret)

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