Saturday, September 4th 2010, 2:39am UTC+2
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Und wie das geht! Mit den platonischen Körpern lieferst du das beste Beispiel.Und wie lautet die Gotteshypothese? Was ist denn dieses "Gott" von dem der Atheist da sagt, daß es nicht existiere? Weißt Du, wenn Mathematiker die Nichtexistenz eines Objektes beweisen, dann nehmen sie seine Eigenschaften und führen sie auf einen Widerspruch. Dann ist klar, daß alles mit genau diesen Eigenschaften nicht existiert, ob man es nun Gott nennt oder den sechsten platonischen Körper, spielt dann keine Rolle. Du gehst andersherum: Du behauptest, Gott --was immer das sein soll, ist wohl Dein Geheimnis--existiere nicht, und tust so, als wäre das vollkommen unabhängig von seinen Eigenschaften. Sorry, so geht das nicht.Der Atheist lehnt nicht bestimmte Gottesbilder ab, er lehnt die Gotteshypothese ganz generell ab.
Die "Merkel-Hypothese" (Welch Wort!) ist doch ganz leicht zu überprüfen: Gehe ins Kanzleramt und drücke ihr die Hand. So: Jetzt sag mir, wo ich einem Gott (einem x-beliebigen) leibhaftig die Hand drücken kann, dann werde ich an ihn glauben.So kann ich auch behaupten, Frau Angela Merkel existiere nicht, denn es käme ja nicht auf ihre Charakterisierung durch Eigenschaften (das "Merkelbild") an.
Ich kann keinen Zusammenhang zwischen Religion und Liebe erkennen. Du als Christ sagst: "Gott ist Liebe". Der Umkehrschluss ist aber abenteuerlich, "Liebe ist immer auch Gott". Nach deiner Logik ist jeder Hund ein Pudel, weil ja schließlich jeder Pudel ein Hund ist...Daß es die Liebe (mal mehr, mal weniger) überall gibt, habe ich selber geschrieben. Aus katholischer Sicht ist das ein Hinweis darauf, daß die Menschen alle auf Gott hin geschaffen sind. Wie ein Naturalist erklären will, warum die Liebe überall in der Menschheit bekannt ist, ist erstmal Dein Problem.
Klar. Sich seines Glückes bewusst sein und genießen - aber sich auch des Leids anderer bewusst sein und ihnen helfen. Das gehört für mich untrennbar zusammen.Mein eigenes Leid kann ich (wenn ich will) tatsächlich als "Lebensbeweis" nehmen, nämlich daß ich auch an Jesu Leiden Anteil haben kann und zum ewigen Leben berufen bin, das uns Erlösen wird. Das Leid der anderen wiederum hängt mit meinem freien Willen zusammen, zu helfen, mitzuleiden, mich des anderen anzunehmen, wie Jesus Christus sich unserer annimmt.
Solltest Du doch einsehen können!? Jedenfalls kann ich die Welt genießen, auch wenn Du von Leid sprichst. Du genießt doch auch!?
Warum schreibst Du andauernd, dass Gott in Ausschwitz nicht eingeschritten ist? Hat er nicht die Amerikaner geschickt? Sind nicht Amerikaner, Engländer erfolgreich in der Normandie gelandet? Und sind gemeinsam mit den Franzosen in Deutschland einmarschiert? Hat er nicht einen extrem kalten Winter nach Stalingrad geschickt? Sind nicht die Russen von anderer Seite in Deutschland einmarschiert? Saßen die Deutschen nach 1945 nicht auf den Trümmern des "1000jährigen Reiches"?
Diaconus,
Wenn Du etwas behauptest, solltest Du es schon mit Dokumenten der Kirche beweisen. Richtig ist, dass Gott den freien Willen des Menschen akzeptiert, ob er sich für ihn oder gegen ihn entscheidet. Daher ist der obige Satz ein ausgesprochener Nonsens, der mit keiner Aussage der Kirche belegt werden kann.
Quoted
Einerseits heißt es, Gott würde selbst den freien Willen eines KZ-Wächters höher stellen als das Leben von millionen Häftlingen - damit wäre der freie Wille ein höherer Wert als das Leben.
da hast du mich falsch verstanden. Die Aussage stammt nicht von der Kiche. Ich habe Klomb so verstanden, dass er das Nicht-Einschreiten Gottes in Auschwitz mit dem freien Willen des Menschen begründet. Damit wäre der Wert Leben unter den Wert Willensfreiheit gestellt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Lehrmeinung der Kirche sein soll - aber da kennt ihr euch besser aus.
Der Epikuräer
Beim Glauben spielt eben die Frage der persönlichen Glaubwürdigkeit eine entscheidende Rolle. Und für mich ist Christus – und alle, die ihren Glauben und ihre Erfahrungen damit existenziell [mit ihrem Leben] bezeugten [und die dies in der von Marie-Jeanne angesprochenen Weise auch heute noch tun] allemal glaubwürdiger als alle Apologeten eines seichten, unverbindlichen Atheismus zusammen...Die Frage is doch, ob diese Kanäle überhaupt existieren. Stell dir vor, wir beide stehen mitten im Wald, und ich behaupte plötzlich, Musik zu hören. Du hörst aber nix. Schließt du daraus wirklich, dass dein Gehör verstopft sei? Es gäbe ja noch andere Erklärungen: Dass ich einfach nur frech behaupte, was zu hören...Das Transzendente bezeichnet (im Sprachgebrauch der Philosophie) das empirisch-rational nicht Fassbare – nicht das dem Bewusstsein (grundsätzlich) Unzugängliche! [Über »Kanäle zum Transzendenten« wird man sich mit religiös 'Unmusikalischen' nicht unbedingt verständigen - vielleicht aber z.B. mit Mystikern... (Wo das Gehör nicht da - oder 'verstopft' - ist, werden Gespräche über Musik es i.a. nicht öffnen.)].
Quoted from "Epikuräer"
Wie kann die katholische Kirche dann Glaubenslehren verkünden - wenn sie dies doch alles gar nicht wissen kann? Ja, sie kann nicht mal wissen, ob es sich bei diesem Transzendenten überhaupt um einen "Gott" handelt. Transzendent bedeutet ja gerade, dass es mit unserem Bewusstsein nicht erfassbar ist - ist also nicht jegliche Aussage darüber pure Fiktion?
am besten setzt du dich dazu mit deinem Messgerät (gleich mit Dawkins) in einen Konzertsaal - um nach der Aufführung von Beethovens Neunter (gemeinsam) uns zu »erhärten«: »There was strong evidence for the presence of energy in the form of acoustical oscillations and vibrations!«Wenn etwas erfassbar ist, muss also nachweisbar sein. In dem Beispiel könntest du etwa ein Messgerät nutzen, um die Schallwellen zu analysieren
Die letzte Behauptung fasst die anderen Dummheiten zusammen: Wenn ich eine Farbe nicht sehe, von der ein anderer sagt, dass er sie sieht, ist es (ganz gleich ob er sie »wirklich« sieht oder nicht) einfach nur dumm, seine Wahrnehmung glattweg zu leugnen - statt die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass nur ich es nicht sehe (weil ich z.B. in diesem Punkt blind bin...). [Die Dummheit liegt nicht in meinem Nichtsehen, sondern in der obstinaten Behauptung des Nichtsehens des anderen (zumal unter Nichtbeachtung der oben angesprochenen persönlichen Glaubwürdigkeit)]Genauso ist es mit der Transzendenz-Behauptung. Du behauptest, da etwas wahrzunehmen - aber was macht dich sicher, das es dir dein Hirn nicht nur vorgaukelt? Und was soll mich sicher machen, dass du es nicht einfach nur behauptest? Das interessante ist doch, dass sich (i) die Transzendenz-Behauptung an keiner Stelle bestätigen lässt. (ii) Es gibt keine Spuren göttlicher Einwirkung auf der Welt, (iii) es gib keine nachweisbare Wirkung von Gebeten, und (iv) die Bibel enthält lediglich Wissen, das die Menschheit mit damaligem Kenntnisstand sowieso hatte...Für mich Grund genug, die Transzendenz-Behauptung abzulehnen - die Kanäle, von denen du sprichst, existieren offensichtlich nicht.
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In dieser Form gilt das Falsifikationsprinzip für die empirischen Wissenschaften - aber z.B. nicht einmal für die Mathematik [geschweige denn in der Religion, die gar keine Wissenschaft ist, sondern existenzieller Umgang mit dem Transzendenten (wie wiederholt - bisher vergeblich - bereits bemerkt...).
Quoted from "Epikuräer"
Stimmt ein Lehrsatz mit dem überein, was wir beobachten können? Beispiel: Woran erkennst du, ob ein Stadtplan korrekt ist? Du weißt nicht, wie er entstanden ist. Aber du musst doch nur damit durch die Stadt gehen, und schon siehst du, ob er stimmt. Sobald du Straßen findest, die ganz anders verlaufen, ist der Stadtplan als unwahr bewiesen. Das ist genau das Prinzip der Wissenschaft...
Es gibt keinen Satz, der »die Welt richtig beschreibt« - sondern nur Sätze, die die empirische Wirklichkeit annähernd beschreiben. Und dass es sich um einen wissenschaflichen (falsifizierbaren) Satz handelte,... erkennen wir spätestens dann, wenn er sich eines Tages als falsch erwiesen hat...
Quoted
Ein Satz gilt solange als wahr, wie er die Welt richtig beschreibt. Sobald er zu einem Widerspruch führt, ist er widerlegt.[/i]
Epilog [kleiner Abstecher in die Logik]: Verneinen kann ich nur etwas, von dem ich einen Begriff habe. Andernfalls läuft es auf eine Aussage der Form hinaus: » Für alle x gilt (ich kenne x nicht => x existiert nicht) « - ein Satz, der anhand trivialer Gegenbeispiele sofort widerlegbar ist
Quoted
Du glaubst, dass es etwas dir Unbekanntes nicht gibt.
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Als damals H&M mit einer vollbusigen Blondinen für Unterwäsche warb, soll es vor diesen "CityLights" ja regelmäßig Unfälle gegeben haben, weil alle Männer dorthin sahen. Die Gefahr besteht bei diesen Postern mit Sicherheit nicht. Ich denke mal, das wird genauso ausgehen, wie in Deutschland: Am Anfang steht mal ein Artikel in der Zeitung, das Lokal-TV berichtet und dann interessiert es eigentlich keinen mehr.Drei Slogans auf City Lights
Hinter der Aktion stehen drei Organisatoren: AG-ATHE (AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich), AHA (Allianz für Humanismus und Atheismus) sowie der Freidenkerbund Österreich.
Nein. Jemanden den freien Willen zu lassen, schließt aus, ihm die Ausübung a priori unmöglich zu machen. Sanktionen sind kein Widerspruch dazu, denn die Sanktionen können mitgewollt werden oder auch nur billigend in kauf genommen werden. Sanktionen sind nur dann ein Widerspruch zum freien Willen, wenn sie unbeabsichtigt eintreten. Ganz einfach: Man kann per definitionem keine Todsünde irrtümlich begehen.Wenn ich jemandem den freien Willen lasse, schließt das doch Sanktionen aus.
Ich bin überzeugt, daß Du nicht weißt, wie die Eigenschaft, ein platonischer Körper zu sein, definiert ist.Ich aber sage: " Du kennst die Gestalt des sechsten platonsichen Körpers doch nicht - also kannst du ihn nicht leugen".
Na, habe ich dich von der Existenz des sechsten platonsichen Körpers überzeugt?
Das setzt natürlich die Eigenschaft voraus, mindestens eine Hand zu haben. Ähnlich ist es mit Gott. Wenn Du ihm die Eigenschaft unterstellst, auf Gebete nie zu antworten, dann wirst Du so einen Gott nicht finden. Genauso, wie Du vermutlich im Kanzleramt vergeblich nach einer armamputierten Frau Merkel fragen wirst. Aber wer bei Gott wirklich die Eigenschaft voraussetzt, daß Gott auf demütige Gebete antwortet, dem wird Er antworten. Ähnlich wie es im Bundeskanzleramt zu normalen Arbeitszeiten auch eine Frau Merkel mit zwei Händen gibt.Die "Merkel-Hypothese" (Welch Wort!) ist doch ganz leicht zu überprüfen: Gehe ins Kanzleramt und drücke ihr die Hand.

Und ich kann Dir versichern: Du weißt nicht, was Glaube ist. Wenn ich sage, die Liebe ist Gott, dann ist das keine Inbeschlagnahme der Liebe durch meine Religion, sondern eine Aussage über Gott, über eine Eigenschaft von Ihm. Übrigens ist die Wahrheit auch Gott. Daran (an die Wahrheit) glaubst Du nicht, denn so kommt es, daß Du mal das eine, und dann das Gegenteil behauptest, nur weil es Dir ad hoc günstig erscheint. Das ist keine durchdachte Philosophie. Es ist auch für mich keine Herausforderung. Interessant sind Diskussionen, bei denen ausgehend von einer Frage immer tiefer geschürft wird und die Begriffe und Tatsachen immer genauer geklärt werden. Da gibt es auch keine Wiederholungen. Du aber kommst plötzlich mit irgendeinem Gedanken, der schon lange vorher von uns widerlegt worden ist, nur um irgendetwas zum Entgegnen zu haben. Das zeigt, daß eine geschlossene gedankliche Durchdringung bei Dir nicht stattfindet. Wenn Du Deinen Atheismus behalten willst: Es gibt atheistische Philosophen, die wirklich schwierig zu "knacken" sind, weil sie ein ganzes Gedankengebäude vorlegen können. Der Atheismus ist da nicht die Hauptsache, sondern ist ein Bestandteil eines umfassenderen Systems. Das ist vielleicht nicht so attraktiv, wenn man ohne Rücksicht auf Selbstwidersprüchlichkeit einfach seinen Unmut über Kirche oder Christen ausleben will, aber es ist eindeutig ein Atheismus, der mit Moral vereinbarer ist.Ich kann dir aus eigener Erfahrung versichern, Liebe funktioniert ohne Glaube wunderbar.
Du hast ziemlich genau meine Sicht der Welt geschildert. Kommt völlig ohne Götter aus.Ähnlich, wie wenn Du Dein Sohlenprofil in den Schnee drückst,Was an Deiner Schuhsohle erhaben ist, wird im Schnee eine Vertiefung, Was an Deiner Schuhsohle vertieft ist, ist im Schnee erhaben.
Da hat keiner sonst etwas daran getan, außer Dir selbst, Die Antwort bist immer in allem Du selbst.
Nur die Luft , der Schnee, die Erde und das Feuer, kommt nicht aus Menschen Hand. Sondern war schon vorhanden, damit Du leben kannst, und wird noch da sein, wenn Du nicht mehr hier auf Erden, sondern unter der Erde bist.
Du schilderst lauter menschliches Handeln. Dazu ist kein Eingreifen eines Gottes erforderlich. Nur das mit dem Winter in Stalingrad: Wenn da wirklich ein Gott an einem großen Wetter-Mischpult säße, warum knipst er dann dauernd Dürren, Tsunamis und Erdbeben an, die oft die ärmsten der armen treffen? Nein, ich sehe keine Spur von einem Gott.Warum schreibst Du andauernd, dass Gott in Ausschwitz nicht eingeschritten ist? Hat er nicht die Amerikaner geschickt? Sind nicht Amerikaner, Engländer erfolgreich in der Normandie gelandet? Und sind gemeinsam mit den Franzosen in Deutschland einmarschiert? Hat er nicht einen extrem kalten Winter nach Stalingrad geschickt? Sind nicht die Russen von anderer Seite in Deutschland einmarschiert? Saßen die Deutschen nach 1945 nicht auf den Trümmern des "1000jährigen Reiches"?
Haben die Deutschen Ausschwitz nicht teuer bezahlt? (und müssen es heute noch?). Hat nicht erst diese "Vernichtung" Deutschlands in Europa zu einem seit nunmehr 64 Jahre andauernden Frieden geführt? Sind die Menschen nicht erst durch diese Katastrophe (zumindest in unserem Teil der Welt) zur Vernunft gekommen?
Ich habe überhaupt keine Vorstellung davon. Ich gehe da wie ein Archäologe ran: Ich bin ganz offen für alle Spuren, die ich finde. Aber wenn ich so überhaupt keine Spuren finde, dann kann ich guten Gewissens sagen: Da war auch nix. Und von einem Gott sehe ich nirgens Spuren.Wie stellst Du Dir ein Eingreifen Gottes vor? (Wäre Dir ein Erdbeben genehmer? Viele Blitzeinschläge? Hätte Deutschland im Erdboden versinken sollen? Oder ein großer Tsunami, der alles hinwegspült?) wäre das Deiner Vorstellung vom Eingreifen Gottes evtl. näher gekommen?
Der Turmbau zu Babel ist eine sehr treffende Metapher für menschliches Verhalten. In der Tat, das findet man immer, wo Menschen handeln. Aber auch hier wieder: Wo soll da ein Einwirken eines Gottes sein? Menschlicher Größenwahn und menschliches Scheitern lässt sich doch ganz schlicht als menschliche Eigenschaft erklären.Lies mal in der Bibel den "Turmbau zu Babel". Vielleicht erkennst Du dann, wann Gott eingreift. Gott greift ein - nur wie er es tut, solltest Du schon ihm überlassen. Er muss das nicht unbedingt nach Deinen Vorstellungen tun. Oder?
Aber wenn Du genau hinsiehst, wird Dir der "Turmbau zu Babel" in vielen Variationen immer wieder begegnen. Oder ist es schon mal irgend jemandem gelungen, die ganze Welt zu erobern (politisch oder wirtschaftlich?). Und das über einen sehr langen Zeitraum? Viele wähnten sich kurz vor dem Ziel und dann ist doch alles wieder eingestürzt!
Sfenx,Beim Glauben spielt eben die Frage der persönlichen Glaubwürdigkeit eine entscheidende Rolle. Und für mich ist Christus – und alle, die ihren Glauben und ihre Erfahrungen damit existenziell [mit ihrem Leben] bezeugten [und die dies in der von Marie-Jeanne angesprochenen Weise auch heute noch tun] allemal glaubwürdiger
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Wenn ich eine Farbe nicht sehe, von der ein anderer sagt, dass er sie sieht, ist es (ganz gleich ob er sie »wirklich« sieht oder nicht) einfach nur dumm, seine Wahrnehmung glattweg zu leugnen - statt die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass nur ich es nicht sehe (weil ich z.B. in diesem Punkt blind bin...). [Die Dummheit liegt nicht in meinem Nichtsehen, sondern in der obstinaten Behauptung des Nichtsehens des anderen (zumal unter Nichtbeachtung der oben angesprochenen persönlichen Glaubwürdigkeit)]
Klomb, da reden wir wohl von zwei paar Stiefeln. Ich meine Freien Willen im juristischen Sinn - also es ist dem Menschen erlaubt, nach seinem Willen zu handeln. Und da ist klar, dass dieser Wille immer beschränkt sein muss: genau da, wo er dem freien Willen des Nächsten in die Quere kommt.Nein. Jemanden den freien Willen zu lassen, schließt aus, ihm die Ausübung a priori unmöglich zu machen. Sanktionen sind kein Widerspruch dazu, denn die Sanktionen können mitgewollt werden oder auch nur billigend in kauf genommen werden. Sanktionen sind nur dann ein Widerspruch zum freien Willen, wenn sie unbeabsichtigt eintreten. Ganz einfach: Man kann per definitionem keine Todsünde irrtümlich begehen.
Wieder elegant rausgeredet, GratulationIch bin überzeugt, daß Du nicht weißt, wie die Eigenschaft, ein platonischer Körper zu sein, definiert ist.Ich aber sage: " Du kennst die Gestalt des sechsten platonsichen Körpers doch nicht - also kannst du ihn nicht leugen".
Na, habe ich dich von der Existenz des sechsten platonsichen Körpers überzeugt?
Nein, das tut es nicht. Sollte ich Frau Merkel begegnen, und sie (oder ich) hat beide Hände bei einem Autounfall verloren, negiere ich deshalb doch nicht die Existenz von Frau Merkel. Um die Existenz zu akzeptieren, reicht irgendeine Evidenz (bei Frau Merkel dürften Frisur und Sprachmelodie vollkommen ausreichenDas setzt natürlich die Eigenschaft voraus, mindestens eine Hand zu haben.Die "Merkel-Hypothese" (Welch Wort!) ist doch ganz leicht zu überprüfen: Gehe ins Kanzleramt und drücke ihr die Hand.
). Für die Existenz eines Gottes sehe ich aber keinerlei Evidenz.Ehrlich gesagt, was für einen Gläubigen Glaube und Gott bedeutet, ist mir egal. Für einen Fussballspieler sind die Tennis-Regeln ja auch egal. Wie kommst du aber auf die Behauptung, ich würde nicht an die Wahrheit glauben? Ich negiere das, was die Kirche als Wahrheit behauptet. Ich bin aber fest überzeugt, dass es eine Wahrheit gibt (ob der Mensch sie kennen kann, ist eine andere Frage).Und ich kann Dir versichern: Du weißt nicht, was Glaube ist. Wenn ich sage, die Liebe ist Gott, dann ist das keine Inbeschlagnahme der Liebe durch meine Religion, sondern eine Aussage über Gott, über eine Eigenschaft von Ihm. Übrigens ist die Wahrheit auch Gott. Daran (an die Wahrheit) glaubst Du nicht...
Wenn dir unser Gespräch nicht tief genug geht, steht es dir jederzeit frei, auf die Theodizee-Frage zu antworten - oder auf die Frage nach dem sechsten platonischen Körper. Und ob das Durchmischen von Begriffen wie "Kommunismus", "Anarchismus" und "Atheismus" so die allerdurchdachteste Philosophie ist, sei mal dahingestellt.Das ist keine durchdachte Philosophie. Es ist auch für mich keine Herausforderung. Interessant sind Diskussionen, bei denen ausgehend von einer Frage immer tiefer geschürft wird und die Begriffe und Tatsachen immer genauer geklärt werden. Da gibt es auch keine Wiederholungen.
Cinderella,Diese Antworten erklären Dein mangelndes Selbstbewusstsein. Sicherlich gehörst Du auch zu denjenigen, die als Kind immer ihre Wünsche gen Himmel geschickt haben und dann "sauer" wurden, weil diese Wünsche nicht erfüllt wurde. Und ein Gott, der keine Wünsche erfüllt, der ist nicht da! Stimmts?
So ähnlich wird er ja in der Bibel (vor allem im AT) dargestellt. Aber du irrst dich, wenn du denkst, ich würde nur diese konkrete Gotteshypothese negieren. Ich negiere jegliche Gotteshypothese, jegliche Behauptung über irgendwas Transzendentes. Was der Mensch nicht wissen kann, darüber kann er auch nichts behaupten, also lehne ich diese Behauptungen ab. Das ist das Wesen des Atheismus.Deine Vorstellungen von Gott und seinem Eingreifen in der Welt würde ich in etwa so beschreiben: Ein übergroßer Miraculix, der überall dort auf der Welt, wo Menschen in Bedrängnis sind mit einem Topf Zaubertrank auftaucht und den Menschen davon zu trinken gibt, damit sie ihre Feinde besiegen können. Und von diesem Zaubertrank hat er Dir wohl noch nichts abgegeben?
) Eine totalitäre Tendenz, die ihre Wurzel im negierenden Denkansatz des militanten Atheismus hat – das hat was für sich. In der Tat ist die Verneinung einer Existenzaussage notwendigerweise eine „Totalaussage“: Sie beansprucht, das Ganze im Auge zu haben. Sie muss die vollständige Gesamtheit überblicken, um sagen zu können, das etwas nicht existiert.
Quoted from "sfenx"
hier [tritt] eine totalitäre Tendenz zutage, die dem militanten Atheismus innewohnt: Während das »Bekenntnis« der Juden und Christen auf eine Existenzaussage hinausläuft [»Es gibt...«] - die zudem keinerlei Beweisbarkeit beansprucht (bekanntlich sprechen sie ausdrücklich von »Glauben«), ist die Verneinung einer Existenzaussage stets universell, sprich: eine Aussage über eine Gesamtheit [»Für alle x...«], welche vollständig zu überblicken der militante Atheist somit gleichzeitig vorgibt !
Siehst Du, Du hast das AT weder gelesen noch verstanden und erzählst uns was von einem Gott, der Sandkastenkindern erklärt wird.So ähnlich wird er ja in der Bibel (vor allem im AT) dargestellt. Aber du irrst dich, wenn du denkst, ich würde nur diese konkrete Gotteshypothese negieren. Ich negiere jegliche Gotteshypothese, jegliche Behauptung über irgendwas Transzendentes. Was der Mensch nicht wissen kann, darüber kann er auch nichts behaupten, also lehne ich diese Behauptungen ab. Das ist das Wesen des Atheismus.
Wenn du also möchtest, dass ich eine Gotteshypothese als wahr akzeptiere, dann sag mir doch einfach, woran ich erkennen soll, dass sie wahr sei. An erfüllten Wünschen kann man es also nicht erkennen, an Rettung vor Leid auch nicht - woran denn bitte dann?
du sagst es nicht explizit [denn dann wird der Unsinn offensichtlich] – aber es folgt aus der Verneinung des Transzendenten [in der – zugegeben - ein bisschen überspitzten Bedeutung von »ich kenne x nicht« (kleiner Tip: hier könnte deine Kritik ansetzen...)]
Quoted from "Epikuräer"
"Was ich nicht kenne, existiert nicht".
Wiederum falsch: Meine Aussage »Es gibt den einen Gott« ist keine (empirisch-rational) beweisbare Aussage. Sie steht daher einer anders lautenden persönlichen Glaubenshaltung nicht im Wege – insbesondere z.B. nicht der eines Hindus »Es gibt viele Götter«.
Quoted from "Epikuräer"
Wirklich abenteuerlich ist deine Umkehrung "Was ich nicht kenne, darf ich nicht leugnen". Die führt nämlich sofort zum Widerspruch. Die Aussage "Es gibt nur einen Gott" müsstest du genauso als wahr akzeptieren wie die Aussage "Es gibt Zeus", "Es gibt Allah", "Es gibt Baal", etc.
This post has been edited 5 times, last edit by "sfenx" (Jul 17th 2009, 2:43pm)