16.12.2017, 19:34 UTC+1

Sie sind nicht angemeldet.

  • Anmelden
  • Registrieren

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: kathNews. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

Gandalf

Administrator

Beiträge: 25 889

Wohnort: Mittelerde

Beruf: M+M (Medien+Management)

1

13.07.2010, 14:00

DER MISSBRAUCH mit dem RELIGIONSUNTERRICHT

"Ein Schrei, der aus der Liebe zur Kirche kommt" - Eine 15jährige Schülerin schreibt einen erschütternden Brief über den Missbrauch mit dem Religionsunterricht in österreichischen Schulen - Von Bischof Andreas Laun

http://www.kath.net/detail.php?id=27386
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

2

13.07.2010, 15:41

Genau so ist es. Es wäre besser, es gäbe keinen Religionsunterricht. Dann hätten die jungen Menschen nicht den Eindruck, sie wären über die kath. Kirche unterrichtet.
Meiner Meinung liegt da die Ursache, dass der Glaube im Volk zusammenbricht. Alle glauben, sie wüssten über den kath. Glauben Bescheid. Dabei wissen sie rein gar nichts.
Selbst erlebt:
Religionslehrer im Abendgymnasium Innsbruck:
Ein Lehrer hält die Stunde, in dem er nur Anwesenheitspflicht beachtet. Interessant ist, wie er sie beachtet. Er überprüft, ob die Schüler in den anderen Unterrichtsstunden anwesend waren und schreibt sie dann auch für seine Unterrichtsstunde als anwesend ein, egal ob sie da waren oder nicht. Bei ihm Religion maturieren heisst, bei völligen Unwissen eine 3 zu bekommen, sobald man nur irgendetwas weiss, bekommt man einen 1.
Ein Lehrer hat gelehrt, dass Jesus nicht in Bethlehem, sondern in Nazareth geboren ist. Was das ganze verschärft hat, er hat es nicht als wissenschaftliche Theorie dargestellt, sondern als unzweifelhafte Tatsache und jeder der noch glaubt, dass Jesus in Bethlehem geboren ist, ist rückständig, ungebildet und einfach doof.

Ihr Bischöfe, achtet auf eure Religionslehrer! Achtet darauf, wie sie dazu ausgebildet werden! Das gehört zu euren Aufgaben!
Jesus, ich vertraue auf Dich!

3

13.07.2010, 16:09

Das Mädchen tut mir leid.

Aber ich kann auch nur zustimmen. Es sind auch meine eigenen Erfahrungen und die vieler meiner Freund.

Das alles ist flächendeckend!!!

Wenn endlich (nach 30-jährigen Wildwuchs) werden die zuständigen Bischöfe aufwachen und diesem GREUEL ein Ende setzen??????

diaconus

Meister

Beiträge: 2 252

Wohnort: Wien

Beruf: Diakon, pens. selbst. Unternehmensberater

4

13.07.2010, 16:39

So leid mir das Mädchen tut, aber dass ist seit rd. 2 bis 3 Jahrzehnten die Realität. Auch ich bin der Meinung, dass unter diesen Voraussetzungen der Religionsunterricht in der Schule entfallen könnte und dass in diesem Fall zur Vermittlung des Glaubens die „Sonntagschule“ in der Pfarre, wie in den USA üblich, der bessere Weg wäre. Es ist aber auch festzuhalten, dass unsere Bischöfe an diesen Zuständen nicht ganz unschuldig sind, denn wenn sie auch diese davon wissen gibt es keine Reaktionen, von Disziplinierungen ganz zu schweigen.

Der Klasse einer meiner Töchter wurde in der AHS vor rund 15 Jahren von der Religionsprofessorin wörtlich gesagt: „Geht lieber zu den Protestanten, die sehen den Glauben nicht so eng, da kann jeder sich das
herausnehmen was ihm passt.“ Reaktion vom Schulamt bzw. Bischof --- keine.

Mir tut es heute noch leid, dass ich meine Töchter nicht aus dem „Religionsunterricht“ abgemeldet habe, denn dort wurde das vom Glauben zerstört was diese in der Familie gelernt hatten.

Ähnlich war es mit der Beichte: Meine Tochter wollte monatlich zur Beichte gehen, der Priester, der sie zur Erstkommunion geführt hatte, sagte zu ihr: "Du brauchst nicht zur Beichte kommen, dass ist nicht notwendig."

Dass es unter diesen Umständen eine Glaubens- und Gehorsamskrise gibt, wie Exz. Laun in seinem Kommentar festgestellt hat, wenn wundert es dann.
Preist den Herrn!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »diaconus« (13.07.2010, 16:46)


Gandalf

Administrator

Beiträge: 25 889

Wohnort: Mittelerde

Beruf: M+M (Medien+Management)

5

13.07.2010, 16:45

Wir werden jetzt im Herbst das groß auf kath.net thematisieren! Daher schickt an redaktion@kath.net konkrete Rückmeldungen: Wo? Was? Wann? usw...

G.
MARY'S MEALS - 10 EURO für ein Kind - Rettet Kinder vor dem Hungertod!
Mit Kath.Net nach IRLAND: Juni 2012 - Papstbesuch - Eucharist. Weltkongress

Padre Pio: "Überlege gut, was du schreibst, denn der Herr wird dich darüber zur Rechenschaft ziehen."

Beiträge: 1 751

Wohnort: Deutschland

6

13.07.2010, 17:01

Mir tut es heute noch leid, dass ich meine Töchter nicht
aus dem „Religionsunterricht“ abgemeldet habe, denn dort wurde das vom Glauben zerstört
was diese in der Familie gelernt hatten.


Ich bin und bleibe erschüttert! Gewiß ist das Wichtigste, den heranwachsenden Kindern von frühauf innerhalb der Familie den Glauben und das Glaubensleben zu vermitteln. Soweit ich aus Bekanntenkreisen in Deutschland mitbekomme, hapert es aber bereits hier schon ganz gewaltig. Aber das ist ja leider nichts Neues... Wenn dann noch ein sogenannter "Religionsunterricht" in der Schule erfolgt, wie es die mutige und tapfere 15jährige Briefschreiberin schildert - dann: Gute Nacht Europa!

Hier in Italien sieht es (noch) nicht so ganz schlimm aus. Abgesehen davon, dass der Glaube innerhalb der Familien ja doch nicht so gänzlich erstorben ist, legt man in den Schulen - sowie in den Elementarschulen als auch in den höheren Schulen - entsprechenden Wert auf den Religionsunterricht, vor allem stehen hier sehr konkret auch noch die Bischöfe prüfend dahinter. Ich erfahre dies durch drei Bekannte hier, denen ich auch bei ihrer Lehrtätigkeit und bei ihren Vorbereitungen zu den Unterrichtsstunden wiederholt über die Schultern sehen durfte. Ich kenne auch einen Großteil ihrer Schulklassen, vor die ich eingeladen worden war, um selbst Zeugnis zu geben oder über Themen zu sprechen. Vor jedem neuen Schuljahresbeginn sind die von mir hier genannten befreundeten Lehrer und Lehrerinnen (aus drei völlig verschiedenen Regionen übrigens) etwas besorgt, dass sie "auch den Ansprüchen des Bischofs entspechen" können. Nicht nur durch Nachweise irgendwelcher Diplome, sondern auch moralisch und gemäß den christlichen Richtlinien unserer Hl. Mutter Kirche. Das wird hier zumindest recht ernst noch befolgt!

Ich frage mich auch, ob es unter diesen unzumutbaren Zuständen, wie sie aus Österreich und Deutschland geschildert werden, nicht richtiger wäre, den Religionsunterricht in die Pfarrhäuser und Kirchen zu verlegen, wie @Diaconus ja auch meinte. Auf alle Fälle aber muß hier wirklich ganz energisch und entschieden etwas geschehen - auch wenn es leider schon "fünf nach zwölf" zu sein scheint... Bei Gott aber ist NICHTS unmöglich und mit der Hilfe des Heiligen Geistes liegt man in jedem Falle gut und richtig! Beten wir darum!

In Christus und Maria
Christa

Beiträge: 1 025

Wohnort: Spanien

7

13.07.2010, 17:21

Ich ging auf das Gymnasium in Graz während der 70er Jahre.

Der Religionsunterricht war damals auch schon ein böser Witz.Häretisches habe ich nicht gehört,aber über den Glauben auch nichts.Absolut nichts.

Bei mir war das nicht weiter schlimm,denn ich hatte sehr gläubige Eltern.Aber für meine Klassenkameraden:Eine Katastrophe.Dabei hätten einige von ihnen gerne etwas gelernt.

Dieses eigenartige mitteleuropäische Staatskirchentum ,das Beamtenmentalität und Korpsgeist züchtet,ist schrecklich gescheitert.
"So ist es auch nicht Liebe, wenn man die Irrlehre, die Entstellung und Auflösung des Glaubens wuchern läßt, als ob wir den Glauben selbst erfänden. Als ob er nicht mehr Gottes Geschenk, die kostbare Perle wäre, die wir uns nicht nehmen lassen."

Papst Benedikt XVI

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Francisco« (13.07.2010, 18:08)


opax4

Schüler

Beiträge: 153

Beruf: kaufm. Angestellte

8

13.07.2010, 17:25

Religionsunterricht ja - aber wie ?

Viele von euch, die ihr hier mit schreibt, kennen mich ja schon. Ich verfechte unbedingt die These, dass der RelU. nicht aus der Schule verdrängt werden darf, dass er da seinen Platz hat und haben muss, dass dadurch die Kirche in der Schule präsent bleibt UND die Botschaft von Jesus über dieses "Medium" auch inmitten unserer Gesellschaft gehört wird.

A B E R : Ich kenne auch die Besorgnis Vieler, die sich von der Kirche alleine gelassen fühlen, weil Vieles im RU gelehrt und getan wird, was mit dem Glauben der RKK nicht viel mehr zu tun hat, ja ihm oft diamedrial entgegensteht. Ich gestehe ein, dass es leider RLs gibt, die selbst ihren Glauben nicht mehr leben, die den RU als günstigen Broterwerb nutzen und mit ethischen Themen besetzen, aber sich auch da als ziemlich inkompetent erweisen.

DAS IST FAKT !

A B E R : Ich habe an vielen Schulen, nicht nur in Bayern, auch erfahren müssen, dass es eine Grundtendenz gibt, die bewusst eine Kluft zwischen Elternhaus und Religionsunterricht aufbaut.

RU ist dementsprechend nicht wichtig, den darfst du ruhig boykotieren, da musst du nichts lernen, das ist sowieso Schmarren und der RL, was der schon sagt.

Schüler/innen sind oft unsicher dann, ihnen fehlt die Grundlage der rechtlichen Einbindung des RU in das Schulsystem als Ganzem, sie würden gerne sich mehr engagieren, dann heißt es aber: Mathe und Deutsch sind wichtiger - sie stehen also dazwischen - wer stärkt ihnen den Rücken?

DIE SITUATION IST HEUTE SCHWIERIGER ABER NICHT ZUKUNFTSLOS !

Der RU hat seine - ihm eigene - Chance, nur sie muss wahrgenommen werden.

Er muss wieder zu dem werden, was er einmal war: nicht nur reine Wissensvermittlung (Lehre), sondern ein Bindeglied zwischen Lebensvollzug und persönlicher Zukunftsgestaltung.

Natürlich müssen Lehrer den Glauben, den sie vermitteln, auch selbst vorbildlich leben, aber sie sollten wieder den Status haben können, den in der Vergangenheit viele Religionspädagogen hatten: Seelsorger der Schüler in orientierungsloser Zeit.

Hier hat der RU seinen Platz heute, hier muss die Kirchenleitung hinter den RL stehen, ihn dazu ausbilden, ihm dazu den Rücken stärken, ihn darin immer wieder fortbilden. Und dies natürlich auf dem Boden einer gründlichen, gesunden r.k. Ausbildung, die auch immer neu hinterfragt und hinterleuchtet werden muss. Auch die Ausbildungsorgane müssen auf dem Boden der RKK stehen.

Soweit erst mal für heute. Es gibt gewiss noch viel Gelegenheit dazu sich zu Wort zu melden.
"Für uns Menschen und zu unserem Heil ist ER vom Himmel gekommen !"

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »opax4« (13.07.2010, 18:32)


Beiträge: 1 751

Wohnort: Deutschland

9

13.07.2010, 17:48

Lieber @ opax4 ,

das klingt alles ganz plausibel, doch wenn man liest, was in dem Brief der 15-Jährigen steht und was viele in ihren Kommentaren dann noch berichten, dann scheint mir hier Theorie und Praxis doch sehr weite auseinander zu klaffen. Und das ist das Problem, das behoben gehört, und zwar so schnell wie nur irgend möglich!!!

In Christus und Maria
Christa

diaconus

Meister

Beiträge: 2 252

Wohnort: Wien

Beruf: Diakon, pens. selbst. Unternehmensberater

10

13.07.2010, 17:56

Lieber Opax4

Aus Deinen Posts weiß ich, dass Du einer der wenigen Religionslehrer warst, die den Glauben und die Lehre der Kirche Deinen Schülern vermittelten.

Du selbst schreibst, dass es diese Probleme gibt, die schon bei der Ausbildung der Religionslehrer, also in den
Religions-Pädagogischen Akademien, beginnen. Dass tlw. eine Kluft zwischen Religionsunterricht und dem Elternhaus aufgebaut wird, ist sicher richtig, aber genauso ist es richtig, dass der Religionsunterricht den Glauben, den die Kinder vom Elternhaus mitbekommen, bewusst zerstört. Das entsprechende Beispiel habe
ich ja in meinem Post erzählt.

Und wie war es in der Urkirche? Da hat es auch keinen Religionsunterricht in Schulen gegeben. Wo und wie haben die Aposteln angefangen mit der Glaubensvermittlung? Mit dem einfachsten Mittel, der öffentlichen Predigt. Und wie ist es auch heute in den Ländern wo es keinen schulischen Religionsunterricht gibt?

Ich traue mich zu behaupten, dass in meisten jener Länder, die keinen schulischen Unterricht haben, jene es sind, die wirklich glauben und in der Lehre der Kirche stehen, als die Mehrheit unserer Gläubigen, auch wenn
sie Kirchgänger sind. Denn einer der wirklich glaubt und es will, der befasst sich intensiv mit Offenbarung und Lehre der Kirche. Und was macht ein Großteil der Gläubigen, um nicht zu sagen, die überwiegende Mehrheit, in D, A, CH, wahrscheinlich auch in B, NL, wie kann ich die Lehre der Kirche umgehen bzw. wie kann ich dagegen Opposition betreiben, Veränderungen fordern usw. und oft dazu noch stolz zu erklären, dass sie die wirklichen Katholiken sind und die anderen, die voll in der Lehre stehen nur „Fundamentalisten“ sind.
Preist den Herrn!

11

13.07.2010, 18:11

Also ich habe schon damals vor ca 35 Jahren im Reliunterricht gelernt, dass das Christentum der hl. Paulus erfunden hätte indem er Thoramystik mit Mithraskult und indischen Elementen vermischt hätte.
davon abgesehen haben wir $218, die Todesstrafe, das 3. Reich und die Frauenemanzipation ach ja nicht vergessen die Umweltverschmutzung solange und so ausführlich durchgenommen, dass das immer noch Themen sind, die bei mir allergische Reaktionen hervorrufen.

Ich habe übrigens hier in der Pfarrei auch diverse Erstkommunionsvorbereitungen gemacht. Die Vorlage die wir haben ist ja ganz nett, aber es ist noch nciht mal die Rede von heiligen Brot, sondern nur die Rede vom gewöhnlichen Brot darin.
Ach ja und mein Sohn geht morgen mit seiner Reliklasse (3. Klasse Grundschule) in die Moschee, selbstredend gehen die nicht in die Kirche....
Aber wie üblich werden solche Berichte als Einzelfälle abgetan und es findet sich auch immer wieder wer, der sich persönlich angegriffen fühlt.
Wobei ich schon weiß, dass aufgrund der Tatsache, dass die kathechese seit 35 Jahren im Argen liegt, so eine anständige Relistunde einem Martyrium gleichkommt.

Also wer immer anständigen Reliunterricht macht ist nicht gemeint, aber es ist Fakt, dass viele irgendwie gefangen sind in dieser entsetzlichen Gutgläubigkeit.
Der Reliuntericht, auch von den Vorlagen und Bildungsplänen her setzt den Glauben nämlich vorraus und nicht vor.
Und genau das ist das Problem.

12

13.07.2010, 18:58

Kann mich nur der Meinung von diaconus anschliessen. Das Verläugnen von Glaubenswahrheiten hat schon sehr bald nach dem zweiten vatikanischem Konzil angefangen, als von oben eine neue Interpretation der Kirche begonnen hat. Viele Bischöfe haben zugesehen oder mitgearbeitet im vollen Bewusstsein, dass diese Interpretationen nicht mit dem Lehramt konform gehen, das wurde nicht als Manko sondern als Fortschritt gewertet, dabei ist es bis heute geblieben. Wenn nun jemand mit kindlichem Gemüt und gutem Willen sich nach dem Katehismus richtet wird derjenige als Exote gesehen, bestenfalls, meistens aber als minder bemittelt. Nicht nur von Kirchengegnern sondern von unseren Theologen, die sich ermächtigt fühlen den neuen Glauben an ihre Theorien zu verkünden. Meine Kinder haben im Religionsunterricht mitbekommen, dass es eigentlich keine Sünden gibt, nur soziales Fehlverhalten und ich von vorgestern bin. Prüfungsfrage an meine sehr junge Tochter vom Relilehrer im Gym. , was ist Fellatio.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Safra« (13.07.2010, 19:04)


opax4

Schüler

Beiträge: 153

Beruf: kaufm. Angestellte

13

13.07.2010, 19:28

Diaconus - RU in der Schule

Ich will jetzt keine lange Verteidigungsrede niederschreiben, verteidigen möchte ich aber, dass es eine ganze Reihe redlicher RL gab und gibt, die das tun, was ihnen in der Missio aufgetragen ist: Die Lehre der HRKK weiter zu geben. Das möchte ich festhalten und daran möchte ich festhalten.

Das weitaus größere, schwerwiegendere Problem wird durch jene dargestellt, die sich - wie schon bei Kleinkindern zu beobachten ist, an keinerlei Spielregeln halten.

Solche Mitspieler hat sich die Kirche der letzten Jahrzehnte allzuoft leisten können: Absurd par excellence.

Das, so glaube ich, reguliert sich von selbst, diese Gelder sind einfach nicht mehr vorhanden, und wo dennoch, da wird man den Gürtel enger schnallen müssen.

Meine Bitte aber, zunächst, ist: Fallen wir noch nicht über einander her, es gibt immer Gründe für das Eine oder das Andere. Hier sollte es nicht so werden, wie bei den Missbrauchsfällen: Was vor 30 und mehr Jahren war: Da war - wie wir alle wissen - auch die Welt nicht in Ordnung.

Jetzt geht es doch um das, was sich heute im RU ereignet und da ist mir der Brief dieses 15jährigen Mädchens ein Hilferuf, den wir ganz, ganz Ernst nehmen müssen.

Und liebes Mädchen NN, ich gebe dir in allen Punkten Recht. Was an mir liegt, will ich gerne tun, den RU daraufhin abzuhorchen und, wo ich kann, das Meine beizutragen: In deinem Sinn natürlich.
"Für uns Menschen und zu unserem Heil ist ER vom Himmel gekommen !"

diaconus

Meister

Beiträge: 2 252

Wohnort: Wien

Beruf: Diakon, pens. selbst. Unternehmensberater

14

13.07.2010, 20:01

@ Opax4

Es ist schön wenn Du Deine ehemaligen Berufskollegen verteidigst. Aber Du kennst sicher den Spruch "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer", also einzelne Reli's keinen allgmein guten RU.. Nur die Fakten hier in Österreich und vor allem in Wien sind die von mir geschilderten, da kommt noch dazu, dass die politische Einstellung auch noch eine Rolle spielt. Die Reli in der Grundschule (Volksschule) war für beide Töchter dieselbe, und da ging es noch so halbwegs. Aber in der AHS war anfangs eine gute Professorin, die sich leider bald in die Babypause verabschiedete und nie mehr gesehen ward. Vermutlich kam sie nach der Babypause an eine andere Schule, da die Direktorin eine Superlinke war und sie systematisch versuchte die Professoren entsprechend auszutauschen. Und was die Nachfolgerin von sich gegeben hat, habe ich ja schon geschildert. Außerdem kenne ich aus Pfarren einige Absolventen der RelPädak und was die vertreten haben, war nur protestantisch, von Lehre der Kirche weit und breit keine Spur. Auch von wirklich katholischen Eltern habe ich genug Beschwerden gehört. Nur Schulamt und Bischof reagierten nicht auf Beschwerden, Infos usw..

@ Safra hat ja diesbezügliches auch bestätigt. Und das Geschilderte ist nicht nur Vergangenes sondern es hat sich eher im letzten Jahrzehnt noch verschlechtert, sicher nicht verbessert. Also ist der Hilferuf des 15-jährigen
Mädchens nichts Neues sondern nur eine zeitgemäße Bestätigung der Missstände.
Preist den Herrn!

katinka

Fortgeschrittener

15

13.07.2010, 20:28

Vieles aus dem Bericht des Mädchens kommt mir bekannt vor. Ein paar spontane Erinnerungen:

Vor wenigen Jahren, in der 5. und 6. Klasse beschränkte sich bei meiner Tochter der RU auf Mandala malen und paar harmlose Geschichtchen, die in Israel spielten, illustriert von Handpuppen (auf dieses diaktische Mittel war die Lehrerin sehr stolz). Auf meine Bitte, etwas Substantielleres zu unterrichten, antwortete die Lehrerin:

"Kann ich nicht, denn die Kinder bringen keine Voraussetzungen mit". (Das sollte mal ein Mathe-Lehrer sagen).

Dann fand erstmal jahrelang kein Ru statt, erst in der 10. Klasse wieder. Mein Sohn, der sich in diesem Alter kritisch zu Abtreibung äußerte, wurde von der Lehrerin niedergemacht, was ihm einfiele, so was von Intoleranz.

Meine Tochter hat viele ähnliche Themen wie die von Esther beschrieben, da hat sich in den letzten 35 Jahren offensichtlich nicht viel geändert (Merke: Welten und Reiche vergehen - Themen im RU bleiben bestehen).

Einmal wurde über die Aufgaben der Kirche gesprochen: ein Punkt nach Meinung des Lehrers war "Verwaltungsarbeit". Der Vorschlag meiner Tochter "Mission" wurde nur nach Bedenken in die Liste aufgenommen.

Als Elternvertreterin war ich vor ein paar Monaten bei einer Sitzung der Fachschaft Religion unserer Schule. Dort hörte ich, wie eine Religionslehrerin das Ziel des Unterrichts beschrieb: "Die Kinder müssen lernen, dass es keine Antworten, sondern nur Fragen gibt"(!)

Vom Theologie-Studium berichtet unser Sohn auch ständige Grauslichkeiten; Küng wird sehr gerne zitiert, Ratzinger lieber gar nicht.

Und vor ein paar Tagen habe ich mitbekommen, dass eine Grundschullehrerin nachträglich die missio beantragte, obwohl sie noch nicht gefirmt war. (Das wurde dann ganz schnell nachgeholt).

Ich frage mich wirklich, wozu es eigentlich in den Generalvikariaten Refrenten für den Religionsunterricht gibt. Das kann denen doch nicht unbekannt sein, aber geschehen tut nichts.

Naja und in der Erstkommunionvorbereitung ist es ja auch nicht besser. Die hat bei uns sogar schon ein evangelisches Elternteil gemacht.

Dabei glaube ich bis heute, dass Kinder sehr wohl empfänglich für den Glauben sein könnten.

Ich weiß noch, wie berührt eine Freundin unserer Tochter (aus einem sehr gleichgültigen evangelischen Elternhaus) war, als wir sie einmal mit in die Osternachtsmesse nahmen: die vielen Symbole, Farben, Weihrauch: sie sperrte Augen und Ohren auf und betete sogar die Allerheiligen-Litanei mit.

Und ein anderes Mal war ich - aus völlig anderen Gründen - mit einem Kind, um das ich mich ehrenamtlich etwas kümmere und das aus einem sehr vernachlässigenden Elternhaus stammt, in unserem Pfarrzentrum und da fragte diese Kind indem auf einige selbst gemachte Tonbilder an der Wand zeigte: "Sind das die 10 Gebote?"(Sie waren es). "Aber diese Bild gehört nicht dazu!" (Auch das stimmte). Ich fragte völlig überrascht, woher es das kenne (von zu Hause jedenfalls nicht). Es habe mal vor ein, zwei Jahren in der Grundschule einen Film dazu gesehen, antwortete das Kind. Es wußte sogar noch die Geschichte vom Goldenen Kalb (auch wenn es in der Erinnerung daraus eine Ziege machte). Wie würde dieses Kind wohl reagieren, wenn man ihm regelmäßig von der Bibel erzählen würde?
Si deus pro nobis, quis contra nos? - Wenn Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein?

Beiträge: 945

Wohnort: Bamberg

16

13.07.2010, 20:29

Gerne würde ich die 15-Jährige bestärken und ihr Mut zusprechen. Sie kann sich glücklich schätzen, weil sie um Jesu Willen verspottet, ausgegrenzt und unfair behandelt wird. Das ist eine sehr große Ehre. Sie wird das sicher schon wissen, denn sie ist dem Brief nach zu urteilen sehr firm mit der Bibel und die Bergpredigt kennt man einfach. Aber in solchen Zeiten ist es auch schwer, sich dieser Ehre zu entsinnen und das Opfer zu leben. Das kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung. Mit der Zeit wird es einem besser verständlich und man kann sich wirklich freuen, denn Jesus macht aus unseren kleinen Opfern wirklich große Dinge und es können viele Seelen gerettet werden.

Dies wollte ich zuerst sagen, aber es gibt auch noch eine andere Ebne und diese ist auch wichtig: die Glaubensvermittlung insbesonderes bei den Getauften! Hier versagen sehr viele Konzepte des RU und das ist eine bittere Not, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen darf! Der Religionsunterricht muss entweder reformiert werden, oder man muss ihn abschaffen und eine Alternative aufbauen. Von schlechter Katechese geht eine unglaubliche Gefahr für das Seelenheil aus.

Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass das Konzept einer Sonntags-Schule sehr viel besser wäre. Besonders in Deutschland und Österreich.
«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68

Beiträge: 945

Wohnort: Bamberg

17

13.07.2010, 20:43

An meinen Religionsunterricht kann ich mich gar nicht mehr so recht erinnern, obwohl die letzte Stunde erst 12 Jahre in der Vergangenheit liegt. Es war so, dass wir jährlich wechselnd einmal den Pfarrer aus der Gemeinde als Lehrer hatten und einmal die Gemeindereferentin, die eine Franziskaner-Schwester war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir bei der Schwester Lieder sangen (einer hat uns angesteckt... eines Tages kam einer... usw) und Geschichten aus dem neuen und dem alten Testament vernehmen durften. Es gab auch anspruchsvolleren Stoff. Also der Unterricht hat mir nicht geschadet, zumindest nicht mehr, als es damals möglich gewesen wäre. Aber besonders viel habe ich nicht mitnehmen können.

Beim Pfarrer konnten mehrere Schüler die Bücher und Hefte während der Schulaufgabe zum Abschreiben auf den Tischen liegen lassen. Keiner hatte in diesem Jahrgang eine schlechtere Note als eine 3 und diese war recht selten vergeben.

That's it...
«Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.» Joh. 6,68

18

13.07.2010, 20:43

Wir werden jetzt im Herbst das groß auf kath.net thematisieren! Daher schickt an redaktion@kath.net konkrete Rückmeldungen: Wo? Was? Wann? usw...

G.
Tausend Dank dafür!!! Werden schauen, wie wir das unterstützen können. Vielleicht auch mit einem Sommeropfer von unserer Gemeinde... :-) Aber vor allem mit GEBET!!!

Philothea

Moderator

Beiträge: 6 138

Wohnort: Region Bonn

Beruf: Kinderkrankenschwester

19

13.07.2010, 20:51

.......

Es kann schon sein, dass eine 15 Jährige so einen Brief schreibt.
Meine Tochter diskutiert mit mir seit einigen Jahren auf sehr hohem Niveau - und würde solch einen Brief auch schreiben können.
Warum du einer 15 Jährige dies nicht zutraust müsstest du besser erklären.
Auch wenn du diesen Terminus nicht kanntest (ich kannte den übrigens auch nur teilweise- mit 15) aber meine Tochter ist da theologisch wesentlich gebildeter.
Manche Lehrer mögen cie Kirche und den Glauben nicht gut darstellen, aber oft lehren sie ihnen teilweise die theologische Sprache
Gegen Stolz, gegen Neid, gegen Lieblosigkeit und Hass gibt es ein einziges, großes Heilmittel - die Liebe.
(Franz von Sales)
:P Philothea 8)

20

13.07.2010, 20:51

Erfahrungen mit evangelischem Religionsunterricht

Und für die Unsitte, daß Lehrer (im Religions- oder Politikunterricht oder anderen "Laberfächern") ihre Privatmeinung auf Arbeitgebers Kosten durchdrücken wollen, bleibt so kein Raum.


Für das zitierte Lehrerverhalten blieb in meinem Religionsunterricht in der Oberstufe leider mehr als genug Raum.



Hier also meine Erfahrungen mit evangelischem Religionsunterricht am Gymnasium (überwiegend Mädchen, da ehemaliges Mädchen-Gymnasium):



Unterstufe: Der Religionslehrer (autoritärer Typ von altem Schrot und Korn, kurz vor der Pensionierung) ließ uns alles Mögliche auswendig lernen, die Bücher der Bibel der Reihe nach aufsagen zu können, mag ja später noch hilfreich sein, warum man dies auch rückwärts können musste, erschloss sich mir nicht ganz. Wir mussten noch einiges andere auswendig lernen ... Wenn man hier in der Leistung überzeugen konnte, man gleichzeitig ein blondes, langhaariges Mädchen mit blauen Augen war, gab es eine 1, ich hatte dunkelbraune Haare :( , da gabs nur eine 2. Der Lehrer tat sich ansonsten dadurch hervor, dass er eine Schülerin aus sogenanntem sozial schwachen Elternhaus (Mutter allein erziehend, was damals nicht so üblich war) mobbte, indem er öfter verlauten ließ: "Du gehörst nicht hierher, XY." Da dies zu allgemeinem Unmut führte, musste er sich schließlich mit der Klassenlehrerin darüber unterhalten.



Mittelstufe: Der Religionslehrer war ein lieber Pfarrer, der öfter Mühe hatte, die Störenfriede in der Klasse im Zaum zu halten. Wir hatten da einen Mitschüler, der immer lautstark Judenwitze zum Besten gab, während wir übers Judentum unterrichtet werden sollten. Immerhin: Ich lernte etwas über das Judentum, über andere Religionen und der Unterricht war noch einigermaßen am Lehrbuch orientiert.



Oberstufe: Auch hier ein Pfarrer als Religionslehrer, selbstbewusst, so selbstbewusst, dass das Lehrbuch getrost in der Ecke liegen blieb, wobei mich einige der Themen, die in diesem Lehrbuch vorkamen, brennend interessiert hätten. Man kann schon sagen, der Lehrer referierte frei in jeder Unterrichtsstunde über ein anderes Thema, welches ihm gerade in den Sinn kam. Da ich Altgriechisch lernte, musste ich ein Referat über Platons Höhlengleichnis halten. Heute also XY's Referat über Platons Höhlengleichnis, in der nächsten Stunde eine Diskussion über die Todesstrafe und in der nächsten Woche redeten wir über die Schülerselbstverwaltung. Wobei ich schon Verständnis dafür hätte, dass man im Religionsunterricht auch mal eine Stunde etwa dem 11. September widmete, wenn das gerade aktuell ist, aber eben nicht in jeder Stunde. Man stelle sich einmal vor, ein Mathematiklehrer in der Oberstufe würde sich so wenig an den Lehrplan halten!



Also was ich insgesamt beklage ist, dass mir zu wenig Wissen vermittelt wurde, dass der Unterricht in der Oberstufe vor allem der Selbstdarstellung des Pfarrers diente.



Ich habe in 2 Jahren Konfirmandenunterricht mehr über den evangelischen Glauben gelernt als in annähernd 9 Jahren am Gymnasium. Es ist schade um die Zeit.
Matthäus 5,5: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Katharina von Bora« (12.07.2011, 02:12)


Thema bewerten