Wednesday, April 23rd 2014, 11:11am UTC+2

You are not logged in.

  • Login
  • Register

Dear visitor, welcome to kathNews. If this is your first visit here, please read the Help. It explains how this page works. You must be registered before you can use all the page's features. Please use the registration form, to register here or read more information about the registration process. If you are already registered, please login here.

Calendula

Intermediate

Posts: 480

Location: Deutschland

1

Wednesday, February 22nd 2012, 8:32pm

Joachim Gauck - Welche Werte muss ein Bundespräsident verkörpern?

Mit Bezug auf den Artikel http://www.kath.net/detail.php?id=35292 über den Appell von Norbert Geis an Joachim Gauck, sein Privatleben in Ordnung zu bringen, würde ich gerne darüber diskutieren, welche Werte ein Bundespräsident heutzutage verkörpern sollte. Gerade erst hat Christian Wulff sein Amt niedergelegt. Wie Herr Geis laut Artikel selbst sagt, geht es ihm darum, dass Gauck keine Angriffsfläche bieten solle. Darauf zielt meine Frage ab. Natürlich ist es vom katholischen Standpunkt her klar, dass die Lebensverhältnisse, in denen J. Gauck lebt, nicht in Ordnung sind. Wie ist das aber im Hinblick auf die Gesellschaft, die er vertreten soll? Warum soll man einem Bundespräsidenten nicht dasselbe zugestehen wie jedem anderen Politiker auch?
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

Küstenwächter

Professional

Posts: 1,239

Location: D/Rheinland-Pfalz

2

Friday, February 24th 2012, 2:11pm

Mal ein wenig losgelöst vom streng katholischen Standpunkt finde ich, dass das zumindest zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen nebensächlich ist.

Mir geht es tierisch gegen den Strich, dass gegen den neuen Präsidentschaftskandidaten schon wieder von allen Seiten gemotzt wird. Die Alt-SED wettert natürlich aus eigenem Interesse gegen ihn (und man lässt sie schändlicherweise dabei viel zu sehr gewähren), den anderen ist er zu "neoliberal", wieder andere meckern, dass er Thilo Sarrazin für dessen Buch Mut bescheinigt hat - und als Krönung entblödet sich in der "taz" ein türkischstämmiger Autor nicht, Joachim Gauck wegen einer Rede zum Holocaust anzugreifen und ihm geschichtspolitische Lehrstunden erteilen zu wollen.

Das ist alles schon sehr, sehr erbärmlich. Daher finde ich es auch befremdlich, dass sich Herr Geis zu einem Chor äußerst zweifelhafter Gestalten gesellt, die krampfhaft das Haar in der präsidialen Suppe suchen. In der Sache hat er wie gesagt aus katholischer Sicht nicht ganz unrecht, aber es gibt einfach Momente, in denen man seine Meinung über bestimmte einzelne Punkte besser nicht ausposaunt.
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

christawaltraud

Professional

Posts: 1,654

Location: Deutschland

3

Friday, February 24th 2012, 5:40pm

aber es gibt einfach Momente, in denen man seine Meinung über bestimmte einzelne Punkte besser nicht ausposaunt.


Hmmm..., @Küstenwächter, da hast Du nicht ganz Unrecht und ich persönlich verkneife mir daher so einiges (aus gutem Grund und lassen wir´s erst mal dabei). Ich meine aber doch, dass der erste Mann in unserm Land, der Bundespräsident, eine Vorbildfunktion haben und weniger ein Abbild der sich derzeit präsentierenden Gesellschaft sein sollte. Für mich zumindest macht das einen feinen und durchaus ernst zu nehmenden Unterschied... ;)

In Christus und Maria
Christa

Calendula

Intermediate

Posts: 480

Location: Deutschland

4

Saturday, February 25th 2012, 8:18am

eine Vorbildfunktion haben und weniger ein Abbild der sich derzeit präsentierenden Gesellschaft sein

Das finde ich schon auch. Ich habe nur den Eindruck, dass es schwierig ist, eine entsprechende Persönlichkeit zu finden. Und das liegt daran, dass eben auch potentielle Bundespräsidenten in dieser Gesellschaft leben und sich an ihren Maßstäben orientieren. Bevor Gauck als Bundespräsident vorgeschlagen wurde, eckte er mit seiner wilden Ehe nicht an. Jetzt, da er Bundespräsident werden soll, ist das etwas, woraus man ihm einen Strick drehen kann.
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

christawaltraud

Professional

Posts: 1,654

Location: Deutschland

5

Saturday, February 25th 2012, 8:33am

Ich glaube nicht, dass man ihm einen Strick daraus drehen wird. In diesem Punkt ist unsere Gesellschaft - wie wir alle wissen - ausgesprochen tolerant. ?(

In Christus und Maria
Christa

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

6

Saturday, February 25th 2012, 10:13am

Aus meiner Sicht spricht die Tatsache, dass aus allen politischen Ecken, von links (SED-Nachfolger) bis rechts (Herr Geis u. Co.) an Herrn Gauck herumgemäkelt wird, sehr dafür, dass sich die Parteien hier endlich einmal auf genau den richtigen Mann geeinigt haben. Ich bin jedenfalls froh darüber, daß Frau Merkel und andere hier über ihren Schatten gesprungen sind. Joachim Gauck wird mit seiner unverwechselbaren Art und seiner authentischen Sprache, die ohne verquaste Polit-Formeln auskommt, Deutschland sicherlich gut tun. :)

Was seine "wilde Ehe" betrifft, so würde mich als evangelischer Christ, der sich nicht so gut mit der Lehre der katholischen Kirche auskennt, die Frage interessieren: kann man in Gaucks Fall überhaupt von "dauerhaften Ehebruch" sprechen? Die Ehe ist nach evangelischem Verständnis "ein weltlich Ding" (Luther), also kein Sakrament. D.h. nach meinem Verständnis, evangelisch "getraute" Eheleute sind nach katholischem Verständnis gar keine Eheleute. Wenn das so stimmen sollte, dann kann aber aus meiner Sicht jedenfalls von Ehebruch nicht die Rede sein. Dann hätte der Protestant Gauck stets in "wilder Ehe" gelebt; früher mit der einen, jetzt halt mit einer anderen Partnerin.

Oder trifft das die katholische Sicht nicht? Vielleicht kann das einmal jemand erklären.
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

mysterium fidei

Administrator

Posts: 4,344

Location: Wo die Sonne häufig scheint

Occupation: Dipl.-Theol.

7

Saturday, February 25th 2012, 10:34am

Aus meiner Sicht spricht die Tatsache, dass aus allen politischen Ecken, von links (SED-Nachfolger) bis rechts (Herr Geis u. Co.) an Herrn Gauck herumgemäkelt wird, sehr dafür, dass sich die Parteien hier endlich einmal auf genau den richtigen Mann geeinigt haben.

Interessanter und ungewöhnlicher Gedanke!
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

Calendula

Intermediate

Posts: 480

Location: Deutschland

8

Saturday, February 25th 2012, 11:12am

@ Melanchton

Ich weiß, als evangelischer Christ muss man sich an die katholische Ausdrucksweise erst einmal gewöhnen. Nach katholischem Verständnis ist sowohl die evangelische kirchliche, als auch die standesamtliche Ehe zwischen zwei Protestanten gültig. Und zwar deswegen, weil sie vor der evangelischen Kirche gültig ist. Gauck hat also mit seiner Ehefrau in einer gülitgen Ehe gelebt. Diese besteht bis heute, und sie wird so lange bestehen, bis einer der beiden stirbt. Wenn man so argumentiert wie Du, dann wäre es besser, überhaupt nicht zu heiraten, denn dann könnte man auch keinen Ehebruch begehen. Aus katholischer Sicht - und übrigens auch nach Meinung vieler Protestanten - beginnt Ehebruch schon vor der Ehe, durch Unkeuschheit.
Möge der Klang des Himmels stets die Musik deiner Seele sein.
(Irischer Segenswunsch)

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

9

Saturday, February 25th 2012, 11:21am

Das Letztere mit der Unkeuschheit ist mir bewusst. Das andere will mir nicht einleuchten. Wenn aus katholischer Sicht die evangelische Ehe gültig ist, einfach weil sie für die evangelische Kirche gültig ist, dann ist das doch ein ziemlicher "Relativismus", oder? Wenn ich es richtig sehe, wird die Ehe nach katholischem Verständnis gültig, also zum Sakrament, erst dadurch, daß ein geweihter Priester Mann und Frau zu Eheleuten erklärt und diese einander dann das Sakrament spenden. Das ist doch für Katholiken eine Lehre, die in sich wahr ist. Dann kann sie doch im Blick auf Protestanten nicht relativiert werden, oder?

Nach dieser "Logik" müsste - ich spitze jetzt einmal etwas zu - ja auch unser evangelisches Abendmahl aus katholischer Sicht gültig sein - einfach weil es für unsere evangelische Kirche gültig ist. Aber das ist ja bekannterrmaßen nicht so.

Von der Logik her erscheint es mir nach wie vor so, daß evangelische Leute aus katholischer Sicht nur zivilrechtliche "Eheleute" sind. Eine Zivilehe aber ist für die katholische Kirche keine Ehe. So wurde es mir bisher von Katholiken erklärt. - Aber nun Schluss damit, es soll hier ja wohl um Herrn Gauck gehen. ;)
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

This post has been edited 1 times, last edit by "Melanchthon" (Feb 25th 2012, 11:27am)


mysterium fidei

Administrator

Posts: 4,344

Location: Wo die Sonne häufig scheint

Occupation: Dipl.-Theol.

10

Saturday, February 25th 2012, 11:28am

Ich beobachte - aber da kannst du natürlich persönlich nichts dafür, lieber Melanchthon - dass es gerade eine Tendenz gibt, Christsein, das auf evangelische Art und Weise vollzogen wurde, abzuwerten. Bei anderem, ich erinnere an die Sache mit dem evangelischen Abendmahl, gibt es die Tendenz, es aufzuwerten. Darf ich ganz bescheiden fragen: was denn nu´?

Es ist für mich als Katho etwas schwierig, zu verstehen, warum das evangelische Abendmahl unbedingt katholisches Verständnis erreichen will, die evangelische Ehe aber nicht. Wie gesagt, Melanchthon, ich meine dich absolut nicht persönlich, sondern freue mich über deine Beiträge!
Ubi petrus ibi ecclesia
Wo Petrus ist, da ist die Kirche

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

11

Saturday, February 25th 2012, 11:45am

Vielen Dank für die Blumen, liebe Mysterium Fidei. :)

Mir geht es in dieser kleinen Nebendebatte nicht um Auf- oder Abwertung evangelischer Überzeugungen und Lebensweisen. Schon gar nicht geht es mir darum, Euch Katholiken unser Abendmahlsverständnis aufzunötigen. Gott bewahre! Ich weiss, wieviel Trennendes gerade an dieser Stelle da ist. Leider! - Mir ging es nur um die reine Logik der Argumentation. Und da finde ich es nicht einleuchtend, einerseits zu sagen: Die evangelische Ehe ist aus katholischer Sicht gültig, weil sie aus evangelischer Sicht gültig ist - wenn andererseits diese Sichtweise bei Eucharistie vs. Abendmahl (und sicherlich bei vielen anderen kontroversen Dingen) nicht gilt.

Wie auch immer. Wichtiger als Herrn Gaucks sog. "wilde Ehe" ist mir, dass wir in ihn die Hoffnung setzen können, wieder einen persönlich glaubwürdigen Bundespräsidenten zu bekommen, zu dem man ein Stück weit "aufschauen" kann. Das braucht man in einem Gemeinwesen. (Sein überforderter Vorgänger lebte, wiederum nach katholischem Verständnis, ironischerweise ja auch in einer "wilden Ehe".)
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

Lorger

Master

Posts: 2,208

Location: Niederösterreich, ED Wien

12

Saturday, February 25th 2012, 12:06pm

@ Melanchton

Das Sakrament der Ehe spenden die Eheleute einander. Der Priester ist der Zeuge des gegenseitigen Versprechens und segnet die Brautleute und deren Verbindung. Daher ist es richtig, dass die evangelische Eheschließung auch von den Katholiken anerkannt wird.

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

13

Saturday, February 25th 2012, 12:13pm

@ Lorger

Aber das würde ja heissen, dass auch die nichtkirchlich geschlossene reine Zivilehe von der katholischen Kirche als sakramentale Ehe anerkannt wird, denn "das Sakrament" spenden bekanntlich auch zivil verheiratete Eheleute einander. Das wäre mir allerdings völlig neu, dass dies von der kath. Kirche so gesehen würde.

Deine Darstellung der Rolle des Priesters, dass dieser einfach nur die Eheleute und ihre eheliche Verbindung segnet, klingt für mich fast protestantisch. So nämlich wird die kirchliche Trauung in unserer evangelischen Kirche verstanden: als Segnung der Eheleute, die aus sich heraus, aufgrund ihrer Übereinkunft Eheleute werden ("Consensus facit nuptias").

Ich dachte immer, in Eurer Kirche ist das anders.
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

Lorger

Master

Posts: 2,208

Location: Niederösterreich, ED Wien

14

Saturday, February 25th 2012, 1:06pm

Sakramentale Eheschließung

Quoted

Eine kirchliche Eheschließung ist nur gültig, wenn die Partner keinem Ehehindernis unterliegen, keine Ungültigkeitsgründe wie z. B. Konsensmängel oder Willensmängel vorliegen und die kirchlichen Formvorschriften eingehalten werden. Die Formpflicht verlangt, dass der trauungsberechtigte Geistliche (Priester oder Diakon mit Trauungserlaubnis des Bischofs) im Beisein von zwei Zeugen den Ehekonsens erfragt. Im Fall einer gemischtkonfessionellen Verbindung kann mit einer Sondererlaubnis (Dispens) von der Einhaltung der kirchlichen Eheschließungsform befreit werden.

Küstenwächter

Professional

Posts: 1,239

Location: D/Rheinland-Pfalz

15

Saturday, February 25th 2012, 1:25pm

von links (SED-Nachfolger) bis rechts (Herr Geis u. Co.)


Also, das ist ja wohl mal eine Gegenüberstellung, die nun so gar nicht geht! :thumbdown:
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

Küstenwächter

Professional

Posts: 1,239

Location: D/Rheinland-Pfalz

16

Saturday, February 25th 2012, 1:27pm

Und bevor es hier in eine Diskussion ausartet, wie die Kirchen die von der jeweils andern "Fraktion" geschlossenen Ehen bewerten, möchte ich eine sehr, sehr kluge Stimme aus der "anderen Fraktion" hervorheben.

Der bei kath.net wiedergegebene Kommentar von "idea"-Chef Helmut Matthies ist nach meiner Ansicht absolut treffend!

http://kath.net/detail.php?id=35341

:thumbup: :thumbup: :thumbup:
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

17

Sunday, February 26th 2012, 12:35pm

von links (SED-Nachfolger) bis rechts (Herr Geis u. Co.)


Also, das ist ja wohl mal eine Gegenüberstellung, die nun so gar nicht geht! :thumbdown:


Warum soll das "gar nicht gehen"? Beide haben - aus ganz unterschiedlichen ideologischen Gründen - auf dem kommenden Bundespräsidenten eingeprügelt. Nicht mehr und nicht weniger. Wer von beiden mehr Recht hat und wer weniger, ist dabei erst einmal nicht so wichtig. Es geht um das Phänomen, dass, kaum ist endlich mal ein vertrauenerweckender und von einer überwältigenden Mehrheit des Volkes gewollter Kandidat fürs Präsidentenamt bestimmt, schon das übliche Ritual des kleinkrämerischen Gemäkels losgeht. Bloss schnell ein Haar in der Suppe finden, ob das der "Spott" des Kandidaten über die "Occupy-Bewegung" ist oder seine "wilde Ehe".

Wie so oft treffen sich Linke und Rechte in ihrer Lieblingsdisziplin des Dauernörgelns mal wieder. :(
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

This post has been edited 1 times, last edit by "Melanchthon" (Feb 26th 2012, 12:41pm)


Küstenwächter

Professional

Posts: 1,239

Location: D/Rheinland-Pfalz

18

Sunday, February 26th 2012, 9:00pm

von links (SED-Nachfolger) bis rechts (Herr Geis u. Co.)


Also, das ist ja wohl mal eine Gegenüberstellung, die nun so gar nicht geht! :thumbdown:


Warum soll das "gar nicht gehen"?


Och komm, das solltest Du nun wirklich wissen.
Deine Formulierung suggeriert, als handele es sich mit SED-Nachfolgern (links) und Geis (rechts) um Organisationen bzw. Personen, die auf der jeweiligen Seite des Spektrums gleich weit von der Mitte entfernt wären. Und das ist nun wirklich krude, denn die SED-Nachfolger sind mindestens linksradikal, während Herr Geis wohl ohne jeden Zweifel dem absolut demokratischen Spektrum zuzurechnen ist. Und er ist KEIN RECHTER!!!
"Die Bibel ist nicht dazu da, dass wir sie kritisieren, sondern dazu, dass sie uns kritisiert."
Søren Kierkegaard

Melanchthon

Professional

Posts: 1,340

Location: In katholischem Kernland

Occupation: Historiker

19

Monday, February 27th 2012, 12:56pm

Deine Formulierung suggeriert, als handele es sich mit SED-Nachfolgern (links) und Geis (rechts) um Organisationen bzw. Personen, die auf der jeweiligen Seite des Spektrums gleich weit von der Mitte entfernt wären. Und das ist nun wirklich krude, denn die SED-Nachfolger sind mindestens linksradikal, während Herr Geis wohl ohne jeden Zweifel dem absolut demokratischen Spektrum zuzurechnen ist. Und er ist KEIN RECHTER!!!


Teilweise ist die "Linkspartei" sicherlich linksradikal (die Lafontaine-Wagenknecht-Fraktion). Es gibt aber auch andere wie z.B. Dietmar Bartsch und seinen Flügel, deren demokratische Grundgesinnung nicht zweifelhaft ist. Was ich auf der anderen Seite natürlich auch für Herrn Geis gilt. Klar ist er kein Rechtsradikaler. Aber ein "Rechter" ist er sicherlich, von seinen Grundprinzipien her. Was nichts Ehrenrühriges ist, weil ebenso demokratisch wie ein Linker. Rechts ist nicht rechtsradikal. F.J. Strauß hat ja immer gesagt: "Die CSU ist auch eine rechte Partei, denn rechts von uns darf es keine ernstzunehmende Partei geben".

Aber mit Gauck hat das jetzt nichts mehr zu tun.
Mutuum colloquium nati sumus.

(Philipp Melanchthon)

This post has been edited 1 times, last edit by "Melanchthon" (Feb 27th 2012, 1:39pm)


Similar threads

Rate this thread